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Sa.,
19.10.2002
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Der Morgen bringt eine nette
Überraschung. Ein Kookaburra sitzt direkt neben dem Jeep auf der
Wasserleitung und beäugt uns neugierig. Er nimmt dann an unserem
Frühstück teil. Er nimmt sogar ein Stück Corned Beef aus Elfi's Hand,
exakt 2 Sekunden nachdem ich die Videokamera ausgeschalten habe. Da das
seinen Hunger nicht stillen kann, klaut er noch den Schinken von Elfi's
Toast, bevor sie die zweite Toasthälfte darüber legen kann.
Wir verlassen den Purnululu National Park, obwohl ich für zwei Nächte bei der Self Registration bezahlt hatte, da der Norden des Parks gesperrt ist. Wir fahren am Great Northern Highway weiter in Richtung Kununurra, wo sich der Kreis der Kimberly-Rundfahrt schließen wird. Bis dahin sind es aber noch 260 km. Wir halten unterwegs beim Turkey Creek, wo Helikopterflüge über die Bungles für A$ 200,- pro Kopf angeboten werden. Wir wollen uns das nicht entgehen lassen und buchen. Der Hubschrauber ist recht klein. Vier Personen sitzen eng gedrängt bei offenen Türen; vorne der Pilot und eine Touristin, hinten wir beide. Der Flug war atemberaubend schön. Die Landschaft des Purnululu sieht von oben, wie aus einer anderen Welt aus. Der Pilot kurvt durch zwei Schluchten, die gerade noch breit genug waren. Leider wird Elfi schon kurz nach dem Start schlecht. Ich konnte gerade noch rechtzeitig vom Piloten eines der Säckchen bekommen, die er für solche Fälle bereit liegen hat, und es Elfi geben. Die Arme hat 45 Minuten zu leiden. Ihr ist noch am nächsten Tag schlecht. Das Wort "Hubschrauber" ist in den nächsten Tagen tunlichst zu vermeiden. Ich versuche mit Foto- und Videokamera den Flug zu dokumentieren. Wir erreichen Kununurra gerade zu Sonnenuntergang und können so eine weitere Nachtfahrt vermeiden. Das ist echt gefährlich hier. Kurz vor Kununurra sehen wir einen stark beschädigten PKW an der Seite der Straße und zwei tote Rinder. Das ist sicher für den Fahrer nicht ohne Verletzungen abgegangen. Wir kehren zum zweiten Mal im Hidden Valley Caravan Park ein und genießen noch den Swimming Pool vor dem Schlafen gehen. |
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Wir besuchen die Zebra Rock Gallery in der Nähe von Kununurra. Hier wird in einer Werkstädte der in alternierenden Farben fein geschichtete Stein zu diversen Kunst- und Gebrauchsgegenständen verarbeitet, ausgestellt und zum Kauf angeboten. Es handelt sich um feinstkörnige Tone, ein 600 Millionen bis 1,2 Milliarden Jahre altes Sediment. Wodurch die periodische Schichtung zustande kam, weiß man nicht so genau. Ein paar Stücke werden natürlich von uns erstanden. Am Fluss gleich in der Nähe entspannen wir ein wenig. Hier sind alle Tiere eigenartig zahm, sowohl die roten Finken, als auch die Welse im Fluss. Nach einem Kurzbesuch beim Lake Argyle, ein künstlicher See, der durch den Stau des Ord River entstanden ist, machen wir uns auf den Weg nach Katherine, da sich an dem riesigen See keine Bademöglichkeit findet. Die 500 km bringen wir bis 07:30 p.m. hinter uns. Wir stellen uns in Katherine auf einen Campingplatz zur Übernachtung. |
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Heute wollen wir etwas relaxen, bevor wir das letzte Ziel dieser Reise anpeilen, den Litchfield National Park. Ca 40 km nördlich von Katherine fahren wir in den Nitmiluk National Park zu den Edith Falls. Wir waren schon im Jahre 200 hier. Im großen Pool vor den Fällen kann man in herrlich warmem Wasser gemeinsam mit - auch größeren - Fischen schwimmen. Wir verbringen den ganzen Tag hier und bleiben auch über Nacht. Diese Nacht ist ganz besonders. Wir schlafen im Freien auf der Holzpritsche unter dem hellsten Vollmond, den ich je gesehen habe. Die Vögel hier sind total zutraulich. Ein Kookaburra und ein Ibis lassen sich füttern. Auch die Wallabies sind handzahm. Leider haben auch die Gelsen keine Scheu vor den Menschen, ganz im Gegenteil. Wir müssen uns mit Spray gegen die Biester schützen. |
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| Beim Studium der Karten und der Reiseführer entdecken wir noch sehenswerte Ziele vor dem Litchfield National Park. Also fahren wir den Stuart Highway nach Norden und biegen bei Hays Creek links ab. Da erreicht man zuerst die Douglas Hot Springs, wo das Wasser mit 40° aus den Quellen kommt. Erst 100 m weiter ist es soweit abgekühlt, dass man darin baden kann. Bei einer Lufttemperatur über 40° bietet diese Quelle beim Versuch sich abzukühlen einen Vorgeschmack auf Höllenqualen. Nach weiteren 17 km 4WD-Piste kommen wir zur Butterfly Gorge. Unterwegs treffen wir einen Wasserbüffel im Buschwerk, was mich sehr erstaunt, da ich in Australien nicht damit gerechnet hatte. Die Butterfly Gorge erreichen wir vom Parkplatz aus über einen 800 m langen Pfad durch den dichten Galleriewald mit sicherlich 50 m hohen Eukalypten. Das letzte Stück geht's bergauf über von der Sonne aufgeheizte Steinhalden und dann steil 200 m nach unten; so steil, dass man das als Kletterei bezeichnen kann. Ich glaube, dass ich hier einen persönlichen Transpirationsrekord aufgestellt habe. Doch es lohnt sich, diese Mühen auf sich zu nehmen, denn die Gorge ist ein wahres Juwel. Ein Pool mit gut 150 m Durchmesser mit blauem Wasser ist auf der einen Seite von steilen Felsen begrenzt, die von den Wurzeln der Bäume überwuchert sind, Auf der anderen Seite ist der Abfluss in den Daly River mit Galleriewald. Ich assoziiere den Anblick mit mittelamerikanischem Regenwald, in dem dschungelüberwachsenen Maja-Ruinen stehen. Wir schwimmen im Pool, was nicht besonders erfrischend ist, da das Wasser sicher wärmer als 30° ist. Nach dem schweißtreibenden Rückweg fahren wir in den nahe gelegenen Douglas Daly Tourist Park zur Übernachtung. |
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Do., 24.10.: Wir fahren am Vormittag wieder in den Park zu den Florence Falls. Man muss über Stiegen mindestens 100 m hinunter zum Plunge Pool steigen; und später natürlich wieder hinauf. Es ist zwar wunderschön hier, aber es sind derartig viele Menschen da, dass wir nach kurzer Zeit wieder zu den Burly Rockholes zurück fahren. Das sind bloß 1,5 km bis dahin. Hier machen wir unsere tägliche Kaffeejause. Zur Übernachtung stellen wir uns auf den Campingplatz bei den Wangi Falls, das Ziel für den nächsten Tag. Der Campingplatz ist recht einfach, da kommt wieder Outback Feeling auf. Auf der BBQ-Feuerstelle werden Spagetti gekocht. Dazu gibt es Salat aus Paradeisern, Paprika und Zwiebel. Ein köstlicher Australischer Rotwein krönt das Mal. Fr., 25.10.: Beim Frühstück versuche ich die unglaublich vielen Greifvögel, die ringsum in den Eukalypten sitzen, zu zählen. Ich schätze, es sind über 50! Im gesamten Campground müssen es Hunderte sein. Als Elfi Brotstücke für die kleinen Vögel auf den Boden streut, stürzen sich gleich ein Dutzend von den habichtgroßen "Adlern" herunter und einzelnen gelingt es, geschickt das Brot mit den Fängen zu fassen. Die Kleinen haben keine Chance. Alles sehr erstaunlich. Ich kann nicht erkenne, ob sie das Brot fressen, oder ob sie nur Fangen spielen. Nachdem wir mit dem Frühstück und Vögel füttern fertig sind gehen wir zum Pool vor den Wangi Falls um zu baden. Hier gibt es sogar einen Kiosk. Wir können das Nötigste einkaufen und müssen deswegen nicht aus dem Park hinaus fahren. Zur Mittagszeit und auch am Nachmittag kommen Scharen von Touristen mit Bussen an. Der große Pool verwandelt sich in ein öffentliches Freibad. Litchfield ist ja sehr nahe an Darwin gelegen, es ist sozusagen Darwin's Hauspark. Ich schwimme zum Wasserfall hinüber. Macht Spaß unter dem prasselnden Wasser zu duschen. Wegen des zunehmenden Gedränges verlassen wir die Wangi Falls und fahren zum Walker Creek. Der ist laut Beschreibung sehr interessant. Ein Wanderweg führt entlang eines Baches, der kleine Teiche bildet, in denen man sich erfrischen kann. An acht Stellen sind einfache Campingmöglichkeiten, die man eben nur zu Fuß erreichen kann. Das Tollste ist, das wir hier wieder alleine sind. Am schönsten ist der letzte Platz, einsam und romantisch. Hier sind ein paar kleine Pools, verbunden durch Katarakte. Da wir vorhaben, bis 28.10. im Litchfield Park zu bleiben, werden wir ganz sicher noch mal zu diesem Platz kommen. Im Pool beobachten wir einen Waran, der nach Fischen taucht und dann ganz in unserer Nähe aus dem Wasser guckt. Die Nacht verbringen wir im Litchfield Tourist Park. Der ist relativ neu, erst im zweiten Jahr in Betrieb. Es gibt da powered sites, was wichtig ist für das Aufladen der Videokamera und zur Schonung der Autobatterie, die sonst die ganze Nacht den Kühlschrank betreiben müsste. Sa., 26.10.: Da wir im Wangi-Kiosk frische Eier kaufen konnten, gibt's wieder das gewohnte Frühstücksmenü. Wir beginnen den Tag mit Baden im Wangi Pool. Eine Gruppe Aborigines Kinder tollt im Wasser herum. Der weitere Verlauf, ist so wie gestern. Am Nachmittag begeben wir uns wieder in den Walker Creek und gehen bis zum 8. Platz. Der ist ja der schönste. Man kann Kingfishers, unseren Eisvögeln ähnlich, beim Tauchen nach kleinen Fischchen beobachten. Um 4 p.m. donnert es, eine Gewitterwolke zieht auf und kurz danach erleben wir den ersten tropischen Regenguss, ein Vorbote der Wet Season. Im Regen wandern wir zurück zum Parkplatz. der Wald duftet herrlich. Nach der andauernden Hitze der letzten Wochen erleben wir ein Hochgefühl, ein Gefühl der Erlösung, das wohl die gesamte Natur erfasst. Für den Abend hatten wir Fleisch und Bratwürste (BBQ-Paket) im Wangi-Kiosk gekauft. Das wird dann im Tourist Park mit viel Aufwand gegrillt. Die Wolken wurden von Tag zu Tag immer dichter, was weitere Gewitter in nächster Zeit wahrscheinlich macht. Mal sehen. So., 27.10.: Am Weg zu den Burly Rockholes sehen wir wieder den Wegweiser zu den Sandy Creek Falls und entschließen uns, dort hin zu fahren. Nach 9 km 4WD-Pist sind noch 1,7 km zu Fuß zu bewältigen. Unterwegs filme ich eine Kragenechse, die auf dem heißen Asphalt der Straße Wärme tankt. Die startet so rasant zur Flucht, dass ich im Video nur noch ein einziges Bild habe, wie sie auf den Hinterbeinen laufend davon stürmt. Sie rettet sich auf einen Baum. Wandern ist bei den heißen und extrem schwülen Witterungsbedingungen äußerst anstrengend. Doch es lohnt sich wieder. Ein 100 m hoher Wasserfall und ein großer Teich und wenig Leute, das ist doch sehr erfreulich. Weniger erfreulich ist jedoch die Fliegenplage hier. Diese kleinen Biester versuchen überall am Körper an Feuchtigkeit zu kommen und wuseln andauernd in den Ohren, Augenwinkeln und am Mund herum. Man muss sie lieben, ansonsten ist man in Kürze reif für die Klapsmühle. Wir fahren dann doch wieder zu den Burly Rock Holes, wo wir den Nachmittag verbringen. Am Abend sind wir wieder im Tourist Park. Wir sind fast alleine, da der Wochenendtourismus aus Darwin vorbei ist. Wir grillen am Holzfeuer Rindfleisch, Würstel und Lammkoteletts. |
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| Mo., 28.10.: Heute ist der letzte Tag im Australischen Outback. Also suchen wir den Platz auf, den wir einstimmig als den schönsten ausgewählt haben: Campingplatz Nr. 8 im Walker Creek. Während des Marsches erfrischen wir uns in den Pools unterwegs. So macht die Hitze keine Probleme. In einer Steinhalde finde ich kleine Quarzstücke mit - ich glaube - Turmalinkristallen darauf. Es wird uns immer wehmütiger ums Herz; das letzte Mal schwimmen in einem natürlichen Creek Pool, die letzte Wanderung durch den Regenwald. Um ca. 4 p.m. fahren wir dann die 70 km zurück durch den ganzen Litchfield National Park nach Batchelor, wo wir in den komfortablen Caravan Park einkehren. Kurz vor Sonnenuntergang werden hier täglich die Vögel gefüttert. Schwärme von Lorikeets und Rosellas warten schon auf dieses Ereignis. Als es dann soweit ist, gibt's ein ungeheueres Gerangel und Gekreische. Wir genießen am Abend noch den Swimming Pool. Es ist bis spät in die Nacht noch sehr heiß, aber es gibt keine Gelsen hier. |
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Der Tag der Abreise. Es gibt
Frühstück, wie gewohnt, dann wird das Gepäck sortiert und die Berge von
Steinen verstaut. Vor der Abfahrt nach Darwin schwimmen wir noch ein
letzte Mal ein paar Längen im Pool. Nach Darwin über den Stuart
Highway dauert's etwas mehr als eine Stunde. Wir gehen zum Strand
hinunter. Ich strecke meine Füße in die Timor See; Wasser- und
Lufttemperatur sind identisch, ca. 35°. Elfi sammelt ein paar von den
schönen bunten Steinchen. Im Schatten auf der Esplanade essen wir einen
Happen. Dann fülle ich die beiden Tanks des Jeeps und die
Campinggasbombe voll auf. Nach der Rückgabe des Toyota bei Britz fahren
wir mit einem Taxi zum Flughafen, wo wir die 8 Stunden bis zum Abflug
recht gelangweilt verbringen. Der Raucherbalkon am Flughafen macht mir
das Warten etwas leichter. Mi., 30.10.; Abflug in Darwin ist um 00:30 Ortszeit, Ankunft in Sydney um 06:30 lokaler Zeit. Der Flug dauert aber nicht 6, sondern nur 3,5 Stunden, was durch die seltsamen Australischen Zeitzonen und Sommerzeitregelungen erklärt werden kann. Die Sommerzeit wurde am letzten Wochenende in Sydney eingeschaltet; in Wien wurde wieder auf MEZ zurück gestellt, damit ist der Zeitunterschied von 8 Stunden gleich auf 10 gesprungen. |
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Das mitgebrachte Schlafdefizit lässt uns
während des Fluges gut schlafen. In Sydney ist noch das Gepäckproblem zu
lösen. Wir haben wegen der vielen Steine, die unbedingt mit nach Hause
müssen, Übergewicht. Wir haben noch viel Zeit, da die Maschine nach Wien
erst um 6:30 p.m. geht. Das nimmt den Stress bei der Schlepperei vom
Domestic Airport zum International Airport. Wir fahren mit einem Taxi in
das Zentrum von Sydney, wandern dort planlos herum und kaufen noch ein
paar Sachen ein, z.B. das Didgeridoo für Michael. Dann sitzen wir noch
eine Stunde im Gras im Botanic Garden nahe der Oper. Dann Taxi zurück
zum Flughafen, check in, Abflug pünktlich. Ebenfalls pünktlich treffen wir am Do., 31.10., um 06:30 in der Früh im kalten Wien ein. |
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