START 1997 2000 2002 2004 2006 2008 2010 2012 2014 2016
Route:
Route 2008
01. - 03.11.2008: Flug Wien >> Sydney >> Cairns
03.11. - 09.12.2008: Cairns >> Savannah Way >>
>> Broome >> Pilbara Region >>
>> Great Central Road >> Red Center
09.12.2008: Flug Alice Springs >> Canberra
09. - 12.12.2008: Canberra
13. - 14.12.2008: Flug Sydney >> Wien
 

Tagesnotizen:

Nov.: 01-02-03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 13 14 15
16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30
Dez.: 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 13-14
 

Sa., 01. bis Mo., 03.11.2008
Flug Wien-Cairns; Lake Placid

Es ist der Beginn der sechsten Reise nach Downunder; und was für ein Beginn! Die allererste Etappe von Gießhübl zum Flughafen Wien-Schwechat verlief dank Sabine und Wolfgang ruhig. Wolfgangs Audi erlaubt ein ruhiges Gleiten über die - um die Zeit - wenig befahrene S1. Wir verabschieden uns nach einem letzten Smalltalk zum Thema "Meli außer Haus" (betrifft unsere Katze) und dann kommt die 2. Etappe, der Flug OS125 nach Frankfurt. Wir wissen, dass wir in Frankfurt über vier Stunden Wartezeit haben werden und sind deshalb auch sehr gelassen bei der Ankunft, kein Grund zu Hektik. Kurz vor dem Aussteigen stecke ich die Reisepässe in die linke innere Brusttasche meiner nagelneuen Weste; wie praktisch das doch ist. Beim Transferschalter ist dann plötzlich Aus mit der Ruhe. Ich stecke meine Hand in die Westentasche, doch anstatt mit den Pässen wieder heraus zu kommen, erscheinen meine Finger nach einigem Tasten links unten im Freien. Ich erkenne leider erst jetzt, dass die Westentasche keine Tasche ist, sondern eine für mich nicht nachvollziehbare sinnlose Kreation eines listigen Mode-Designers. Die Pässe sind weg; große Aufregung ergreift uns. Ohne die können wir der Maschine nach Sydney nur nach winken. Die zwei Typen im Transferschalter sind sehr hilfreich, telefonieren und machen uns Hoffnung auf eine baldige Lösung des Problems. Da kommt auch tatsächlich schon eine Durchsage. Wir beeilen uns zum Service Desk zu gelangen, wo uns die aufgefundenen Pässe - begleitet von ein paar Späßen - übergeben werden. Die Ruhe kehrt in unsere Gemüter zurück. Wir machen uns auf den Weg und suchen den Check-in-Schalter für den Quantas-Flug QF6 nach Sydney. Erst geht's mit der Transferbahn ins Terminal 2, dann Rolltreppen rauf und runter. Was wir dann vorfinden ist eine gewaltig lange Warteschlange vor dem Quantas-Schalter. Da unser Gepäck ja automatisch weitergeleitet wird, kann ich's nicht glauben, dass wir uns hier anstellen sollten. Also gehe nach vorne zum VIP-Schalter - kein einziger VIP da - um mich zu erkundigen, wie man ohne Gepäck schneller zu Bordkarten kommen könnte. Die Anzeigetafeln, Wegweiser und sonstiges an die Wand Geschriebene gibt diesbezüglich ja keine Auskunft. Ich halte die kostbaren Pässe hin, der dunkelhäutige Angestellte - sieht nach Inder aus - erkennt die Namen und laut: "Ah, Sie hatten die Pässe verloren und wieder bekommen!". Ich bejahe diese Feststellung und freue mich schließlich, da er sich bereit erklärt die Bordkarten sogleich auszustellen. So hat die Zitterpartie uns zu VIPs gemacht und so auch einen Vorteil eingebracht.

Der Flug nach Singapur zur Zwischenlandung dauert 11,5 Stunden und verläuft problemlos. Die meiste Zeit hatten wir verschlafen. Singapur: 'raus aus der 747 - Toilette - warten auf Freiwerden - Plumpsklo wird verweigert - es gibt auch ein ordentliches WC - zum x-ten Mal einchecken - einsteigen - Abflug. Das hat knapp 2 Stunden gebraucht. Nun fliegen wir in Richtung Sydney. Die 7 Stunden ziehen sich langweilig dahin, "Wall-E" hilft da auch nicht wirklich. Inzwischen ist es 3. Nov., der 2. ist uns unterwegs irgendwie abhanden gekommen. Na ja, der wurde durch den rasenden 11-Stundenflug, nach Osten der Sonne entgegen, auf Nix zusammengestaucht. Nach 2,5-stündiger Bodenpause, die letzte Etappe, noch mal 3 Stunden Flug von Sydney nach Cairns. Um 11:30 Ortszeit, 9 Stunden vor MEZ, sind wir endlich am Ziel.

Campingplatz Lake Placid
Stabheuschrecke
Der Prozess der Mietautobeschaffung ist uns schon vertraut, läuft wie geschmiert ab. Mit unserem Toyota Landcruiser inklusive eingebauter Campingausrüstung fahren wir 6 km nach Norden und kaufen erstmal bei Woolworth Lebensmittel ein. Ich besuche noch den Liquor Shop nebenan. Ein Sixpack VB (Viktoria Bitter) und eine Flasche Merlot aus dem Sonderangebot gehen mit. Da wir ziemlich geschlaucht sind von der langen Reise, steuern wir nicht das erste Planziel - Undara - an, sonder entscheiden uns für eine Übernachtung am Campingplatz in Lake Placid, der gleich in der Nähe ist. Wir stehen am selben Platz, wie 2006. Duschen, Essen und Entspannen, das ist jetzt genau das, was wir brauchen. Es ist kurz vor 6 p.m., die Sonne nähert sich dem Horizont und die Temperatur geht deutlich zurück. Es hatte trotz Quellbewölkung über 30°.

[zurück zum Kalender 2008]

Di., 04.11.2008
Savannah Way, Millstream Falls, Tolga, Undara

Start Savannah Way Kurz vor Sonnenaufgang, ca. 6:30, stehen wir auf und beginnen das Morgenprozedere. Das will geübt sein, beim ersten Mal läuft's noch etwas chaotisch. Gasflasche aus der Box rechts hinten am Jeep heraus holen; Gaskocher aufstellen und mit Schlauch an der Bombe anschließen; Kaffeewasser und einen zweiten Topf Wasser mit drei Eiern aufstellen; Frühstückstisch decken; zweierlei Toastbrot - weißes und Vollkorn - Philadelphia Streichkäse, Butter, Schinken, Marillenmarmelade; Kaffee aufgießen; Kännchen auf den ´Tisch stellen; Eier sind perfekt weich gekocht, wenn das Wasser zu sprudeln beginnt. Wir genießen das erste Camping-Frühstück. Danach muss das Geschirr gespült werden. Der Landcruiser wird durch Verstauen aller Gerätschaften und des Gepäcks fahrtauglich gemacht. Nun noch die Morgentoilette und dann kann's los gehen.

Wir sind noch vor 8 p.m. wieder on the road. Nach kurzer Irrfahrt finden wir den Highway 1, den Kennedy Highway, der nach Westen führt. Der so genannte Savannah Way verbindet Cairns am Indischen Ozean mit Broome am Pazifik über ca. 3500 km Straßen unterschiedlicher Qualität.

blühende Akazien
Millstream Falls
Das erste Ziel sind die Undara Lava Tubes, 270 km westlich von Cairns. Unterwegs halten wir kurz bei den Millstream Falls. Die sind nicht besonders spektakulär, aber geologisch interessant. Das Wasser fällt über eine Stufe aus erstarrter Lava. Man erkennt die sechskantigen Säulen, die beim Auskühlen des Magmas entstehen. Der nächste Stopp ist beim Kunsttischler in Tolga im Atherton Table Land. Den besuchen wir nun schon das dritte Mal. Wir kaufen da ein paar Geschenke ein.

Undara erreichen wir um 3 p.m.. Leider sind heute keine Führungen mehr, wir müssen uns bis morgen Früh gedulden. Wir stellen uns im hiesigen Caravan Park ein, erfrischen uns im Pool und bereiten das Abendessen: faschierte Laibchen mit Paradeisersalat. Es gibt viele Tiere hier im Park, Kängurus, Wallabies und auch ein Cookaburra war zu sehen und zu hören. Vor dem Schlafengehen - es ist 7:30 und die Sonne ist eben untergegangen - schreibe ich im Tagebuch. Elfi schmökert noch in ihrem Buch und geht dann duschen. Nach einiger Zeit gehe ich ihr zu den Duschanlagen entgegen. Es ist ja schon stockfinster und ich ahne, dass Elfi's verbesserungswürdiger Orientierungssinn hier zu Problemen führen könnte. Als ich dort ankomme, sehe ich im Wald auf der anderen - der falschen -  Seite eine Taschenlampe flackern. Sie ist tatsächlich mit ihrer Lampe suchend in genau der entgegengesetzten Richtung unterwegs. Ist noch mal gut gegangen :-)

 

Cookaburra
Wallaby

[zurück zum Kalender 2008]

Mi., 05.11.2008
Undara Lava Tubes, Normanton

Undara Lava Tubes
Undara Lava Tubes
Um 6 Uhr aus den Feder, Frühstück. Wir müssen um 8 an der Rezeption sein, da werden die Teilnehmer an der Führung gesammelt. Der Guide ist ein witziger Typ. Er ruft uns mit "Wol .. ahm .. pitsch?", oder so ähnlich. Alle steigen in einen Kleinbus, der angenehm klimatisiert ist. Wir fahren ein paar km ins Gelände. Der Guide erklärt die geologische Geschichte der Landschaft. Vulkanausbrüche vor 190000 Jahren, gewaltige Lavaströme, die bis zum Ozean reichten. Mehr als 20 km3 Lava haben sich hier ergossen. Die Ströme erstarrten an der Oberfläche, darunter floss die Lava weiter. So bildeten sich geräumige Tunnel, die Undara Lava Tubes, der Grund weswegen wir hier sind. Die Tunnel sind echt eindrucksvoll, 15m breit und 6 bis 8m hoch. Die Führung dauert 2 Stunden. Nach der Rückkehr von den Tubes können wir sofort aufbrechen, da wir den Jeep schon vorher abfahrtbereit gemacht hatten.

Unterwegs entscheiden wir, dass wir den geplanten Besuch der Cobbold Gorge auslassen. Das hätte einen Umweg von 180 km bedeutet und wir sind ja schon in Verzug gegenüber Plan. Wir fahren mit einem Tankstopp und einer Kaffeepause die 250 km bis Normanton durch. Hier genießen wir den Pool, bereiten uns Lammfleisch zum Abendessen. Dazu gibt's den Merlot aus dem Sonderangebot im Liquor Shop. Es ist heiß und schwül, die kommende Nacht wird wohl schwierig zu erschlafen sein.

Undara Lava Tubes
Undara Lava Tubes, Sintermuster an der Decke

[zurück zum Kalender 2008]

Do., 06.11.2008
Burketown, Adel's Grove, Lawnhill NP


 
Savannah Way
 
Gravel Road heiß
Lorikeet in Mangobaum Akazie
Stierkälbchen
Die Nacht war, wie befürchtet, schwül; wir hatten wenig geschlafen. Der Tag ist schnell erzählt, da wir - abgesehen von den üblichen Stopps - nur gefahren sind: von Normaton nach Burketown, 230 km.

In Burketown gibt es eine extrem heiße Quelle, das Wasser kommt mit über 70°C aus dem Boden. Am Albert River erfrischen wir uns mit Baden. Der Galeriewald vermittelt tropisches Dschungel-Feeling. Riesige Fluss-Eukalypten und Pandanus gedeihen hier.

Heiße Quelle in Burketown
Am Albert River
Weiter geht's nach Gregory Downs, 120 km; und noch mal 80 km bis Adel's Grove. Das ist ein Roadhouse und eine Camping Area etwa 10 km vor dem Lawnhill National Park. In der Dunkelheit kochen wir Würstchen. Es ist hier noch heißer und die Luftfeuchtigkeit ist extrem hoch. Das Schlafen wird immer schwieriger.

[zurück zum Kalender 2008]

Fr., 07.11.2008
Lawnhill NP, Adel's Grove

Ein weiter Weg zum Wasser (Lawnhill National Park)

Adel's Grove. Letzte Nacht habe ich unter freiem Himmel geschlafen. Die Matratzen aus dem Jeep über die beiden zusammengestellten Campingstühle gelegt ergeben ein bequemes Bett. So konnte ich trotz der Hitze - es hatte noch 36° nach Sonnenuntergang - recht gut schlafen. Elfi macht das weniger aus, sie ist sozusagen hitzeresistent.

Wir fahren zum Lawn Hill National Park rüber, 10 km von Adel's Grove. Allerdings mussten wir nochmals zurück, da man die Paddel für die Kanus in Adel's Grove mieten und dann mitnehmen muss. Das hatte ich im ersten Anlauf übersehen. Dann paddeln wir endlich durch die Gorge, rote Felsen seitlich und dichter Wald aus Eukalypten, Pandanus und Fächerpalmen. Wir rudern gut 2 km über den lang gestreckten See. Auf der Rückfahrt nach der Kanufahrt machen wir einen Abstecher nach Riverlsleigh, 43 km hin und 43 zurück. Das ist eine Fundstelle von außergewöhnlich gut erhaltenen 25 Millionen Jahre alten Fossilien: Riesenschlangen, 4,5m hohe Laufvögel, Fleisch fressende Riesenkängurus, etc.. Allerdings ist es dort so heiß, dass eine Wanderung durch die Site nicht in Frage kommt.

Wir verlassen Adel's Grove in Richtung NW, um auf den Savannah Way zurück zu kommen. Nach wenigen Minuten auf der Gravel Road beginnt der Motor zu stocken und verweigert schließlich den Dienst. Die Maschine verhält sich so, als ob kein Diesel mehr verfügbar wäre, was ich aber nicht glauben kann. Der Landcruiser hat zwei 90 Liter-Tanks, der eine ist leer, der andere voll. Das weiß ich mit Sicherheit. Die automatische Umschaltung funktioniert offenbar nicht. Was tun? Da hier praktisch mit keinem Verkehr zu rechnen ist, beschließen wir, die paar km nach Adel's Grove zurück zu gehen. Es ziehen Wolken auf, es hatte schon vorhin etwas geregnet. Das sieht aber jetzt eher nach einem Gewitter aus. Was soll's, beim Wandern ist Regen ohnehin angenehmer, als praller Sonnenschein. Wir machen uns trotz heftiger Sturmböen auf den Weg. Es sind wohl 3 bis maximal 10 km, ich weiß es nicht genau, aber nach der kurzen Fahrzeit können es nicht mehr sein.

Lawnhill National Park
Lawnhill National Park
Wasserlilien (Lawnhill National Park)
Kormorane (Lawnhill National Park)
Nach 45 min Marsch steht ein riesiger Bulle am Wegrand und sieht uns interessiert zu, scharrt mit einem Vorderbein im Staub. Der hat sicherlich noch nicht allzu oft Menschen zu Fuß gesehen. Ich sage zu Elfi, dass sie ihm nicht in die Augen schauen soll. Ich selber habe einen Stock in der Hand. Das gibt mir das Gefühl mich wehren zu können. Ob's auch wirklich was geholfen hätte, möchte ich gar nicht wissen. Wir stapfen unbehelligt an ihm vorbei. Nach mehr als 1 Stunde kommt uns ein Jeep entgegen. Es sitzen 5 Aborigines drinnen. Ich Frage, wie weit es noch sei, sie meinen höchstens 1/2 km. Also ok, wir brauchen keine Hilfe und gehen weiter. Nach geschätzten 2 km sind wir aber immer noch nicht da. Die 5 km-Angabe auf dem Schild vorhin scheint auch nicht zu stimmen, sind halt Australische km. Dann kommt ein PKW in unserer Richtung gefahren, doch eine Menge Verkehr hier. Es sind drei deutsche Mädchen. Das Auto ist bis unters Dach randvoll, es wäre schwierig da noch einzusteigen. Wir sind sicher, dass Adel's Grove gleich hinter der nächsten Biegung ist und marschieren daher tapfer weiter. Nach einem weiteren km sind wir endlich da, völlig geschafft. Es müssen gut 8 km gewesen sein. (Am nächsten Tag stellt sich heraus, dass es 12 waren!). Ich erkläre im Roadhouse mein Problem. Wir rufen bei Britz an, die vertrösten auf ein späteres weiteres Gespräch, da sie erst selber klären müssten. Ein Typ, er lebt und arbeitet hier in Adel's Grove, weiß die Lösung. Wir fahren zu dritt zum Landcruiser. Die SUB-Anzeige wird ausgeschaltet. Einer nach dem anderen betätigen wir händisch die Dieselpumpe, das ist ziemlich anstrengend. Schließlich springt der Motor wieder an, läuft einwandfrei. Was war passiert? Ich bin seit Cairns immer mit dem 2. Tank gefahren, weswegen die SUB-Anzeige geleuchtet hat. Diesmal habe ich ihn leer gefahren und - der zweite Irrtum - eine automatische Umschaltung gibt's nicht. Also Aus und Stopp, trotz vollem Haupttank. So einfach sieht die Lösung dann aus, wenn man weiß, wie's läuft. Wir übernachten ein zweites Mal am Campground Adel's Grove.
Lawnhill National Park
Lawnhill National Park

[zurück zum Kalender 2008]

Sa., 08.11.2008
Adel's Grove - Cape Crawford

So sehen hier wichtige Wegweiser aus
Rinder, Rinder und Rinder
eines der vielen Gatter - Elfi's Job
Hellsgate Roadhouse
Heute ist ein reiner Transittag. Wir legen die Strecke Adel's Grove bis Cape Crawford, ca. 600 km, von 8:30 a.m. bis 5 p.m. zurück. In Cape Crwaford wird erstmal Wäsche gewaschen, dann bereiten wir uns Spagetti zum Abendessen.

 

Besonderheiten unterwegs:

Ich messe die gestrige Wanderstrecke mit dem km-Zähler, es waren 12 km. Wir fahren durch endlose Rinderweiden. Es sind meist zebuartige Rinder mit einem Höcker im Nacken. Wir sehen viele Kälber in den Herden und machen ein paar nette Fotos von den Tieren. Das Fahren hier ist allerdings gefährlich, weil die Rindviecher immer wieder über die Straße laufen. Am eindrucksvollsten ist ein tropischer Regenguss, der uns auf Gravel Roads erwischt hat. Unglaubliche Wassermassen fallen in kurzer Zeit vom Himmel. Wir kommen aber glücklich durch, bleiben nirgends stecken.

Blick aus dem Fenster während einer Flussdurchquerung
tropischer Regenguss
tropischer Regenguss - Video cut
Kafeepause
neugieriger Emu

[zurück zum Kalender 2008]

So., 09.11.2008
Katherine, Mataranka

Mataranka, Fliegende Hunde (Flying Foxes bzw. Fruitbats) Heute überqueren wir die Grenze zum Northern Territory. Wir fahren erst 270 km nach Westen und dann nach Norden am Stuart Highway bis Katherine, wo wir übernachten. Es waren insgesamt wieder mal 600 km. In Mataranka schauen wir zu den Thermalquellen, Elfi schwimmt ein paar Längen in dem badewannenwarmen Wasser. Seit wir in Australien sind, ist mein Blutdruck im grünen Bereich. Das hat aber zur Folge, dass ich mich manchmal ziemlich down fühle, wie eben jetzt. Deshalb verkneife ich mir das laue Schwimmvergnügen. Hier ist jeder Baum, jede Palme dicht mit fliegenden Hunden besetzt, besser gesagt behangen. Dem entsprechend stinkt es am Boden unter den Bäumen. Es ist wieder sehr schwül. Hoffentlich gibt's keine Gelsen da. Ich schlafe wieder im Freien auf meiner Spezialkonstruktion (Matratzen auf den Campingstühlen). Gegen Morgen muss ich mich zudecken, da es endlich kühler wird. Mataranka Thermal Pool

[zurück zum Kalender 2008]

Mo., 10.11.2008
Nitmiluk NP, Edith Falls

Nitmiluk NP, Katherine Gorge
Nitmiluk NP, Katherine Gorge
Wir fahren in den Nitmiluk National Park, um in der Katherine Gorge zu paddeln. Das sind dann locker 2 km am Wasser zurückzulegen, sehr anstrengend aber auch sehr schön. Als nächstes fahren wir 60 km nach Norden und kehren am Campingplatz bei den Edith Falls ein. Der ist nicht besonders komfortabel, aber einer der schönsten der uns bekannten in Australien. In dem großen Teich vor den Falls schwimmen wir. Ich kaufe im shop zwei gefrorene Steaks, die gibt's dann zum Abendessen. Wir schlafen draußen auf der 2 x 2m großen Holzliege, auf der wir mit den Matratzen und Schlafsäcken ein tolles Bett bauen. Gleich neben unserem Platz sitzt ein Vogel - sieht wie ein Kauz aus - regungslos im Baum. Bei Nacht beobachten wir ihn bei der Jagd. Er stürzt sich lautlos vom Baum und fängt sich etwas; was es ist, konnten wir nicht erkennen. Anmerkung: spätere Recherche ergab, dass es sich nicht um eine Eulenart handelt, es ist ein "Tawny Frogmouth".

Der Plan sieht vor, dass wir morgen West Australia erreichen. Wir sollten zumindest bis Kununurra kommen.

Campingplatz bei den Edith Falls Edith Falls
Tawny Frogmouth (keine Eule!)

[zurück zum Kalender 2008]

Di., 11.11.2008
Turkeys Creek Roadhouse

Viktoria River
Buschfeuer
An diesem Tag, an dem daheim der Fasching beginnt, legen wir eine beträchtliche Strecke zurück, ca. 900 km von Edith Falls im Northern Territory bis zum Turkeys Creek Roadhouse in Western Australia, kurz vor der Einfahrt in den Purnululu National Park (Bungle Bungle). Unterwegs in Kununurra wurde eingekauft, wir brauchen ja was zu futtern und VB. Es ist enorm heiß hier im Osten der Kimberley Region, ich weiß nicht wie viele Grade, aber wären es 40°C, würd's mich nicht wundern. Die Luft ist jedoch trocken, was die Hitze besser erträglich macht. Der Himmel ist wolkenlos, das gibt Hoffnung auf nächtliche Abkühlung. Ein Kater freundet sich mit uns an, was sich für ihn natürlich lohnt. Mitten in der Nacht kommen Besucher, erst ein mächtiger Zeburindbulle, er hinkt, dann ein paar Pferde. Die kennen die wenigen Plätze, wo tagsüber die Sprinkler laufen, sodass hier etwas grünes Gras zu finden ist. Es ist nachts tatsächlich angenehm kühler, allerdings quälten die Gelsen.  
Am Turkeys Creek Roadhouse
Boab Trees

[zurück zum Kalender 2008]

Mi., 12.11.2008
Purnululu NP, Echidna Chasm

Wir fahren sehr früh um 7 Uhr los. Es sind 51 km am Highway bis zur Abzweigung in den Purnululu National Park. Dieses Gebiet wird auch Bungle Bungle genannt. Purnululu bedeutet in der lokalen Sprache der Aborigines "Sandstein".  Von hier geht's über einen 4WD Track bis zum Park Office. Der Eintritt wird beglichen, indem man ein Formular ausfüllt und mit 30 A$ in ein Kuvert steckt und das dann in einen gesicherten Postkasten einwirft. Die 30 A$ sind die Fee für zwei Personen, ein Auto und eine Übernachtung im Park. Unser erstes Ziel ist das Echidna Chasm. Das ist eine Schlucht, geschätzte 25 bis 30 m tief, die, je tiefer man eindringt, immer enger wird. An manchen Stellen ist sie nicht weiter als etwas mehr als ein Meter. Das Gestein ist ein grobes Konglomerat.
Echidna Chasm Echidna Chasm Echidna Chasm
Am Weg zum Echidna Chasm
Am Eingang in das Echidma Chasm
Bungle Bungle Camping
Der Weg vom Parkplatz bis zur Schlucht führt über 2 km durch ein ausgetrocknetes Bachbett. Hier fließt wohl nur nach starken Regenfällen Wasser. Die Lufttemperatur über dem aufgeheizten Gestein muss wohl 60° betragen. Am Eingang bietet der Kontrast zwischen dem Grün der Palmen und dem rostigen Rot des Gesteins im grellen Sonnenschein einen geradezu mystisch schönen Anblick. Im Inneren des Echidma Chasm ist es im Schatten der Felswände angenehm, will nicht sagen kühl, aber erträglich. Auf der 30 km Rückfahrt zum Campingplatz erfrischt uns die Klimaanlage.

Hatte ich es schon erwähnt ? Es gibt im Outback überall diese winzigen Wüstenfliegen, die andauernd nach Feuchtigkeit suchen, in den Augen, Ohren, Mundwinkeln, ja sogar beim ... schreib ich hier lieber nicht ... schwirren sie herum. Eine solche hat meine Sonnenbrille zerstört, indirekt natürlich. Sie ist im Auto und belästigt mich beim Fahren durch Bekrabbeln meines Gesichtes. Ich öffne das Seitenfenster und - ach wie schlau - halte mein Gesicht in die Nähe des Fahrtwindes, damit die Fliege hinaus gesogen würde. Was fliegt noch hinaus? Nicht nur die Fliege, sondern auch die Sonnenbrille! Mit dem Hinterrad überfahren ist sie dann echt unbrauchbar geworden.

Der Campingplatz ist urig. Es gibt zwar Toilettenhäuschen, gut belüftet, aber ohne Spülung, jedoch keine Duschen. Wir sind die einzigen Gäste hier. Bei den Standplätzen sind Wasserleitungen angebracht. Aus denen kommt das Wasser so heiß, dass man sich damit nicht direkt abduschen kann. Ich schließe den Schlauch aus dem Landcruiser an, der zum Nachfüllen des Wassertanks gebraucht wird. Durch sprühen über 5 m kühlt das Wasser ausreichend ab. So bedienen wir einander gegenseitig mit warmen Schauern. Auch ein Sprühregen durch senkrecht halten des Schlauches ist äußerst angenehm. Zum Abendessen gibt es Steaks.

[zurück zum Kalender 2008]

Do., 13.11.2008
Purnululu NP, Cathedral Gorge
, Halls Creek

Bungle Bungle
Termiten  
Elfi beim Ghostgum-Knuddeln
Zeburindbulle
Campingplatz in Halls Creek
Nach ausgiebigem Frühstück fahren wir in den nord-östlichen Teil des Purnululu National Parks, um eine Wanderung zur Cathedral Gorge zu machen. Vom Parkplatz zur Gorge sind's ca. 3 km. Obwohl es noch sehr früh ist, 7:30, ist es schon sehr heiß. Die Gorge hat die Form einer halboffenen runden Halle, geschätzte 70 m im Durchmesser. In der Mitte ist ein kleiner Teich. In der Regenzeit stürzt ein Wasserfall aus einer Öffnung seitlich an der Decke und der Wanderweg durch das Tal wird zum reißenden Fluss, was an den tiefen Auswaschungen erkennbar ist. Im kühlen Schatten der Naturkathedrale bricht der Schweiß erst so richtig aus allen Poren, wir sind pitschnass. Also erst mal ausruhen und akklimatisieren. Da wir von unserem ersten Besuch hier im Jahre 2006 wissen, dass in dem Teich viele kleine Fische leben, haben wir etwas Weißbrot mitgebracht. Die Fische versuchen in dem langsam verdunstenden Wasser die Trockenzeit zu überdauern. Da das Nahrungsangebot sehr bescheiden ist, veranstalten sie einen Tumult als wir Brotkrumen hinein werfen. Party time! Es brodelt und schäumt, muss ein Festtag für die Fische sein.

Nach der Rückkehr zum Parkplatz genießen wir die Kühlluftdusche im Jeep. Am Campingplatz geben wir uns gegenseitig wieder die Warmwasserdusche aus der Wasserleitung mit Schlauchanschluss. Besonders erfrischend ist der künstliche Sprühregen. Kaum ist man nass, fröstelt es einen in der leichten Brise; kaum wieder trocken, beginnt man in der Hitze wieder zu schwitzen. Na ja, so ist das halt hier. In der Mittagshitze, die Sonne steht fast im Zenit, trinken wir Kaffee und essen etwas Kuchen dazu. Danach fahren wir die Gravel Road zurück zum Highway.

Auf dem Great Northern Highway geht's 107 km südwärts bis Halls Creek. Hier wird getankt, Lebensmittel eingekauft und im Caravan Park Platz bezogen. Der ist nicht so toll. Kein Grün bedeckt den Boden, nur roter Sand. Dementsprechend heiß ist es hier. Niemand kann hier über die aktuelle Temperatur Auskunft geben, scheint den Leuten egal zu sein und schaffen sich folglich kein Thermometer an. Ich denke es sind locker 40°C. Auffallend viele Gay-Pärchen campen hier, eins 15 m westlich von unserem Platz, eins östlich. In der Nacht brüllen draußen Aborigines herum. Ich weiß nicht, warum sie das tun. Entweder ist's der Brauch hier, sich über hunderte Meter hinweg zu unterhalten, oder die sind einfach nur besoffen. Trotz Hitze und Gebrüll schläft man irgendwann ein.

Weg zur Cathdral Gorge
nicht mehr weit zur Cathegral Gorge
Cathegral Gorge
Cathegral Gorge
am Rückweg von der Cathegral Gorge

[zurück zum Kalender 2008]

Fr., 14.11.2008
Halls Creek, Palm Springs, Sawpit Gorge, Fitzroy Crossing

Palm Springs Palm Springs
Palm Springs
Old Flora Valley
Wir fahren zeitig die Gravel Road süd-östlich von Halls Creek. Nach 40 km kommen wir an den Ruinen von Old Halls Creek vorbei, dann kommt Palm Springs und die Sawpit Gorge. An beiden Plätzen können wir uns mit Schwimmen in den Pools erfrischen. Ein kurzer Abstecher ins Old Flora Valley ist interessant, da hier sicher nur selten Touristen hin kommen. Eigentlich haben wir's nur zufällig entdeckt und erst später auf der Karte identifiziert.

Bei Palm Springs bleiben wir 3 Stunden. Elfi gefällt's hier besonders gut. Wir haben uns vor 4 Jahren nicht träumen lassen, dass wir jemals wieder an diesen schönen Ort kommen würden. Da ist eine Quelle, ein Flüsschen, eher ein Bach und ein Pool mit klarem warmem Wasser, umgeben von Fluss-Eukalypten und Palmen. Während unserer Kaffeejause kommt eine Gruppe - 12 Leute - in einem dieser geländegängigen Kleinbusse an. Bis dahin waren wir alleine. Auch in der Sawpit Gorge sind wir völlig ungestört. Am Rückweg nach Halls Creek besuchen wir noch die so genannte China Wall. Das ist eine senkrechte weiße Quarzschicht, die aus dem umgebenden Gestein heraus gewittert ist und wie eine künstliche paar Meter hohe Mauer aussieht.

Von Halls Creek geht's am Great Northern Highway weiter über 290 km nach Fitzroy Crossing. Hier kehren wir in einem tollen Campingplatz ein. Wir kühlen uns im Pool ab und bereiten dann das Abendessen. An den Füßen, besonders rund um die Knöcheln, juckt es fürchterlich. Irgendetwas beißt order sticht. Gelsen? Nein, es sind winzige Ameisen, kaum 1 mm groß, die nach Sonnenuntergang aus dem Bau kommen und ihr Territorium vehement verteidigen. Als solches betrachten die wohl den gesamten Australischen Kontinent, kein Plätzchen hier ohne Ameisen. Am Ghostgum in der Nähe unseres Jeeps tummeln sich fliegende Hunde, streiten sich um die besten Hängeplätze.

Sawpit Gorge
Rotes Riesenkänguruh
China Wall
Aborigines in Halls Creek
Postkasten

[zurück zum Kalender 2008]

Sa., 15.11.2008
Kimberleys,Broome

Boab-Früchte
Sittich
Die Nacht war schrecklich heiß, Gelsen und die bissigen Miniaturameisen stören die Nachtruhe durch dauernde Belästigung. Mit einem gewaltigen Schlafdefizit brechen wir auf.

Erst noch ein Besuch an der großen Sandbank des Fitzroy Rivers. Da sind die hunderte Individuen starken Schwärme der großen weißen Kakadus zu beobachten. Die Geikie Gorge lassen wir aus. Dort gibt's ja nur die Guided Tours und die hatten wir ja schon 2004.

Kakadus
Eingang zur Windjana Gorge
Windjana Gorge
Von da sind es noch 140 km zur Windjana Gorge. Das ist sicher die schönste in der Kimberley Region. Wir beobachten Freshies (Süßwasserkrokodile), die träge im Wasser rum hängen. Die sehen zufrieden und gut genährt aus.
Windjana Gorge
Süßwasserkrokodile in der Windjana Gorge
Devonian Reef Conservation Park
seltsame schöne Wollsamen
Devonian Reef Conservation Park
Die Fahrt durch das fossile Riff (Devon, 300 Mio. Jahre alt) im Devonian Reef Conservation Park bietet immer wieder Landschaftsformen, die von einem anderen Planeten sein könnten; bizarre Verwitterungsformen des Riffkalkes und die Boabs tragen auch dazu bei.
Blühender Boab
Boab-Blüten
Devonian Reef Conservation Park
"Prison Tree", Boab
Noch 100 km auf der Gibb River Road nach Derby, dann weitere 200 km bis Broome und die Ost-West-Durchquerung des Kontinentes auf der Route des Savannah Way ist vollbracht; insgesamt waren's 4500 km. In der Nähe von Derby muss unbedingt der "Prison Tree" besucht werden, ein uralter Boab, innen hohl. Darin wurden angeblich gefangene Aborigines über Nacht eingesperrt. In Broome kehren wir bei Sonnenuntergang im Caravan Park an der Cable Beach ein. Zu Abend gibt es Steaks und Salat, VB und Shiraz dazu. Die Temperatur ist angenehm und es sind bislang keine Gelsen gesichtet worden, also könnte die Nacht diesmal mehr Schlaf bringen. Prison Tree von innen

[zurück zum Kalender 2008]

Zur Fortsetzungsseite 2008-1 >>