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So., 16.11.2006,
Broome, Eighty Mile Beach

Cable Beach bei Broome
Gantheaume Point
Gantheaume Point
Wir kurven etwas in Broome in Küstennähe herum, fahren auf die berühmte Cable Beach und besichtigen am Südende der Beach die wild zerklüftete Küste unterhalb des Leuchtturms am Gantheaume Point. Hier sollte man bei Ebbe auf einer Gesteinsplatte Dinosaurier-Fußspuren sehen. Ich sehe' keine, nur die Modellabdrücke oben am Weg. Der Tidenhub beträgt hier bis zu 8 m, wahrscheinlich ist jetzt grad nicht der tiefste Stand. Zu Mittag verlassen wir Broome. Elfi ist bisschen sauer, sie wollte gerne noch länger am Strand liegen und vielleicht paar Perlen einkaufen. Broome ist ja gerade für Perlen bekannt. Aber leider J sind Sonntags die Läden geschlossen und wir müssen weiter.

Nach 300 km in süd-östlicher Richtung, parallel zur Küstenlinie, erreichen wir den Eighty Mile Beach Caravan Park und mieten uns für eine Nacht ein. Der Küstenbereich hier heißt Eighty Mile Beach und nicht Eighty Miles Beach. Die Beach ist auch nicht bloß 80 Meilen lang, sondern hunderte. Der Strand ist extrem flach und erstreckt sich von Horizont zu Horizont. Wir wandern am Strand herum, sammeln Schalen von Schnecken und Muscheln. Ich verliere die Sonnenbrille, die mir Elfi geliehen hatte. Diesmal kann ich die Schuld keiner Fliege zuschieben. Sollte besser ein Sixpack Sonnenbrillen kaufen, mein Verbrauch macht das nötig. Die Lufttemperatur ist hier am Meer auffallend angenehm und es geht immer eine leichte Brise. Wir kaufen im hiesigen Shop wieder Steaks, das gibt ein leckeres Abendessen.

Eighty Mile Beach
Eighty Mile Beach
Eine stolze Schönheit, Albinopfau

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Mo., 17.11.
Eighty Mile Beach

Eighty Mile Beach
Spuren von Seeschildkröten
Es war eine kühle und gelsenfreie Nacht, welch ein Genuss. Es gefällt uns hier im Eighty Mile Beach Caravan Park. Wir sind dem Plan um 2 Tage voraus, also beschließen wir noch einen Tag zu bleiben. Am Strand kann man die Spuren von Seeschildkröten sehen, die in der Nacht bei Flut an Land kamen, um ihre Eier zu legen und sie im warmen Sand zu vergraben. Laut dem Schild hier, handelt es sich um "Flatback Turtles". Der Tag wird auch zum Wäsche waschen genutzt. Ansonsten wird am Strand gewandert und das milde Ozeanküstenklima genossen. Am Abend essen wir einen Grill-Mix: Sqids (Kalamaris) + Bratwürstel + Lammkoteletts.
Da hat noch wer Hunger
Tiere am Campingplatz Tiere am Campingplatz
Tiere am Campingplatz Tiere am Campingplatz

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Di., 18.11.2008
Marble Bar

Stahlblechskulpturen an der Einfahrt zu Marble Bar

Die Marble Bar
Nicht Marble (Marmor), sondern Quarz
Heute ist Elfis Geburtstag.

Wir kehren auf den Great Northern Highway zurück und ziehen weiter nach Süden in die Pilbara Region, die heißeste Gegend Australiens. 40 km vor Port Headland biegen wir auf die Marble Bar Road ab. Marble Bar, eine ehemalige Goldgräbersiedlung, erreichen wir am mittleren Nachmittag. Die Pools sind stark reduziert und von den Rindern verunreinigt, ungeeignet zum Baden. Es ist auch schwierig eine Unterkunft zu finden. Der Caravan Park ist geschlossen. Nach Erkundigung im Shire Office - ist sowas wie ein Gemeindeamt - fahren wir 7,5 km ins Hinterland zur alten Goldmine. Sehr einfache Verhältnisse hier, aber ein toller swimming pool ist vorhanden. Der Besitzer ruft uns, wir sollen Fotos machen. Seine Frau füttert eben einen großen Guana. Der kommt angeblich alle paar Monate und genießt den Service hier. Wir übernachten gleich neben dem Pool. Dusche und Toilette sind in einem alten Gebäude, das nicht mehr benutzt wird. Früher war sicher mehr los hier. Der Weg nachts zur Toilette ist abenteuerlich und nur mit Taschenlampe und Mut bewältigbar.

Morgen werden wir in Richtung Karijini National Park fahren. Hoffentlich klappt's diesmal. 2006 konnten wir den Park nicht besuchen, weil er wegen Buschfeuern gesperrt war.

Goanna
Ehemalige Goldmine

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Mi., 19.11.2008
Marble Bar - Karijini NP

Einfahrt in den Karijini National Park Wir frühstücken bei der alten Goldmine in Marble Bar unter einer schrecklichen Fliegenplage. Die Morgenstunden sind kühl. Es herrscht hier typisches Wüstenklima mit starken Tag-Nacht-Schwankungen der Temperatur. Wir verlassen den Ort möglichst schnell und fahren auf der gut präparierten Gravel Road in Richtung Süd-West. Die 100 km zum Great Northern Highway führen durch die typische Landschaft der Pilbara: rostbraune Berge, Hügel eher, der Rest eines uralten Gebirges, reich an Eisenerz. Überall Spinifex und vereinzelte Büsche und Eukalypten. eine Savannengesellschaft. In den derzeit trockenen Creeks stehen große Fluss-Eukalypten. Über den Highway nach Süden erreichen wir schließlich den Karijini National Park. Keine Anzeige bezüglich Sperre. Im einzigen Roadhouse weit-und-breit kaufen wir Lebensmittel ein, vor allem Wasser und Brot, letzteres in gefrorenem Zustand. Da gibt's halt keinen Bäcker gleich ums Eck. Leider bekommen wir keine BBQ-Fleisch, nichtmal Bratwürstel. Die Ernährung in den nächsten Tagen wird etwas langweilig werden. Wir fahren in den Nationalpark hinein und gehen am Campingplatz in der Nähe des Visitor Centers, unweit der Dales Gorge, vor Anker. Sehr einfach alles hier, bush camping halt. Es gibt weder Wasser noch Strom. Für die Sauberkeit des Parks ist durch Toilettenhäuschen gesorgt, für die der Menschen durch kleine Duschen mit sonnengewärmtem Wasser. Die Duschen haben wir nicht gleich entdeckt, deshalb bleibt vorerst nur die Hoffnung auf Baden in einer der Gorges morgen. Abendliche Lesestunde

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Do., 20.11.2008
Karijini NP, Dales Gorge, Tom Price

Dales Gorge, Circular Pool Dales Gorge
Dales Gorge Dales Gorge
Wir fahren das Stück hinüber zum Parkplatz bei der Dales Gorge. Das ist eine unglaublich schöne Schlucht, tief eingeschnitten in dem roten Gestein und an der Basis Wasser führend. Zuerst bestaunen wir den imposanten Ausblick zum Circular Pool vom Lookout, dann steigen wir in die Gorge hinab. Der Höhenunterschied wird so an die 100 m sein. Der Schwierigkeitsgrad ist mit Klasse 4 angegeben, das geht ohne Seil und Sicherung. Das Gestein in der unteren Region ist seltsam regelmäßig gebrochen, sieht mancherorts direkt künstlich aus, wie Reste einer antiken Stadt. Es ist das so genannte gebänderte Eisenerz, ein 2,5 Milliarden Jahre altes Sediment. Die Schichtung ist ganz fein, die Farben sind Dunkelrot, Braun mit bläulich-grauen Einlagen. Unten angelangt gehen wir bis zum Circular Pool. Elfi schwimmt eine Runde, ich bleib lieber im Trockenen, da mein Blutdruck wieder sehr niedrig ist.
Vom Pool wandern wir wieder zurück und weiter bis zu den Fortescue Falls und noch ein Stück weiter zum Fern Pool, das sind so ca. 2 bis 3 km. Der Pfad unten in der Schlucht führt zwischen Fluss-Eukalypten durch dschungelartigen Wald. Es gibt immer wieder tolle Fotomotive. Wir nehmen aus der Dales Gorge über 100 Fotos und jede Menge Video mit.

Bei den Falls steigen wir wieder aus der Schlucht hinauf. Ich bin ziemlich schlaff.

Dales Gorge Dales Gorge, Fortescue Falls
Du Jane ? Abkühlung
Dales Gorge, Fern Pool Dales Gorge
 
Rosa Kakadu
Kakadufütterung - Video cut
Spinifextaube
Wir beschließen die 90 km nach Tom Price zu fahren, um unsere Lebensmittelbestände und auch uns selbst aufzufrischen. Gesagt, getan; am Mount Bruce vorbei geht's nach Tom Price. Das ist eine relativ große Stadt im Herzen der Pilbara Region, die vom Eisenerzabbau lebt. Die Lastwagen, mit denen das Erz aus der Mine transportiert wird, haben gewaltige Ausmaße und eindrucksvolle technische Daten. Nach dem Resteessen freuen wir uns auf ein ordentliches Abendmahl. Während ich schreibe füttert Elfi Rosa Kakadus und Spinifextauben. Die Kakadus kommen ich Scharen zu ihr, belagern und bedrängen sie, nehmen die Keksstücke direkt aus der Hand.

Der Plan ist, am nächsten Tag wieder in den Karijini NP zu fahren und die Gorges im Nord-Westen zu besuchen.

Mount Bruce
Monster Truck

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Fr., 21.11.2008
Karijini NP, Hamersley Gorge

Karijini National Park
Karijini NP
Karijini NP
Die Farben der Pilbara
Hamersley Gorge
Emu
Für Campingplätze gilt die Regel "je grüner, desto Gelsen!". Wo Sprinkler den ganzen Tag Wasser versprühen, da gedeiht neben Gras auch das blutrünstige Insektenvolk bestens. Die letzte Nacht war ein permanenter Kampf gegen die Gelsen, gewonnen haben die lästigen Winzlinge. Diese Art hier saugt sich nicht bei einem Stich den Bauch voll, so wie's unsere heimischen Vertreter tun, sondern stechen viele Mal während kurzer Zwischenlandungen bis sie endlich satt sind. Das ist eine ausgesprochen erfolgreiche Strategie, man erwischt sie einfach nicht. Na ja, mit Spray, Kratzen und Jammern ist auch das überstanden.

Wir fahren von Tom Price wieder in den Karijini National Park. Die Besichtigung der Minen fällt aus, dazu bräuchte man eine Genehmigung. Schade, das ist hier nämlich der größte Eisenerztagbau weltweit. An der Ortsausfahrt steht ein ausgedienter Riesenlaster (siehe oben).

Das erste Ziel heute ist die Hamersley Gorge. Wir schwimmen ausgiebig und fotografieren viel. Die Felswände bieten auch hier einen eindrucksvollen Blick in die Geologie der Pilbara. Die Gesteinsschichten sind gebogen und gefaltet, als ob sie aus Gummi wären.

Die Gorge liegt in Nord-Westen ziemlich am Rande des Parks. Es gibt von da keine direkte Verbindung ins Innere. Deshalb fahren wir wieder zurück zum Highway und an der Westeinfahrt wieder ca. 30 km in den Karijini hinein. Wir stellen uns auf den Campingplatz der NW-Region, ca. 13 km vor der Weano Gorge. Der ist auch so einfach, wie der Campingplatz an der Dales Gorge, wo wir vorgestern gestanden sind. Doch heute sind wir besser ausgerüstet. Wir haben reichlich Wasser für die Körperpflege in Kanistern dabei und leckere Lammkoteletts warten auf ihre Zubereitung. Dazu wird's Shiraz geben.

Hamersley Gorge Hamersley Gorge
Hamersley Gorge Hamersley Gorge
Hamersley Gorge Hamersley Gorge
Hamersley Gorge Hamersley Gorge
Neugierige Echse  

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Sa., 22.11.2008
Karijini NP, Weano Gorge, Hancock Gorge, Joffre Falls, Knox Gorge

Weano/Hancock Gorge Weano/Hancock Gorge Weano/Hancock Gorge
Die Nacht war kühl und frei von Insekten, nachdem wir zwei mitgebrachte Gelsen im Jeep gekillt hatten. Das Wetter wird leider immer schlechter, es ist dicht bewölkt. Auf der Fahrt zur Weano Gorge und Hancock Gorge beginnt es schon zu regnen. Die beiden Gorges bilden mit zwei weiteren ein zusammenhängendes Schluchtensystem. Wir sitzen am Parkplatz im Jeep und warten gut 2 Stunden bis es zu regnen aufhört. Wir gehen los. Die Weano-Hancock Gorges sind phantastisch, die schönsten, die wir bislang auf unseren Reisen in Australien gesehen hatten. Nachdem wir von den Lookouts (Oxer und Junction Pool Lookout) Fotos gemacht haben, steigen wir gut 100 m in die Schlucht hinab. Die letzten 6 m müssen wir über eine Leiter hinab klettern. Vorsicht ist angebracht, da noch alles vom Regen nass ist. Das hat aber auch den Effekt, dass alle Farben besonders intensiv leuchten. Der Weg unten wird immer schwieriger, steigert sich vom Grad 4 auf 5 und 6 ist weiter vorne in Aussicht. Das letzte Stück gehen wir im Wasser. Der Steig oben, über die nassen Felsen, scheint doch zu gefährlich zu sein. Es beginnt wieder zu regnen. Um den engsten Teil der Schlucht zu erreichen, den so genannten "Spider Walk", müsste wieder geklettert werden, was uns aber zu riskant ist. Man kann dort nur in Kaminklettertechnik voran kommen. Wir verzichten darauf und kehren um. Beim Aufstieg gilt es auch auf jeden Tritt zu achten, weil die Steine rutschig sind.
Weano/Hancock Gorge
Weano/Hancock Gorge
  Joffrey Falls Knox Gorge
Weano/Hancock Gorge -Abstieg - Video cut Weano/Hancock Gorge
Weano/Hancock Gorge - Video cut
Nach der mittäglichen Kaffe-und-Kuchen-Pause fahren wir zu den Joffre Falls und der Knox Gorge rüber. Beide Plätze sind unglaublich eindrucksvolle Naturschönheiten. Der Karijini National Park insgesamt ist echt toll, muss man gesehen haben.

Wir fahren wieder in das Eco Retreat zurück, das ist der Campingplatz, wo wir die letzte Nacht verbracht hatten. Da gibt es doch Duschen, wie wir erst jetzt zu unserer Freude entdecken. Wir genießen die Schauer mit Warmwasser. Der Regen hat inzwischen wieder aufgehört. In der Hoffnung, dass es so bleibt wird gegrillt.

Weano/Hancock Gorge, Spinifex
Knox Gorge
Knox Gorge

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So., 23.11.2008
Karijini NP, Kalamina Gorge - Cue

Kalamina Gorge Kalamina Gorge
Kalamina Gorge Kalamina Gorge
In der ersten Nachthälfte hat es recht heftig geregnet. Am Morgen stehen überall rote Lachen.

 

Wir besichtigen noch die Kalamina Gorge und verlassen dann den Karijini National Park in Richtung Süd-Osten.

Am Campingplatz nach dem Regen

 

 

 

Campingplatz in Cue - Video cut Am Great Northern Highway geht's dann recht zügig weiter nach Süden: Newman, Kumarina Roadhouse, Meekatherra und schließlich Cue (siehe auch Cue 2006). Die gesamte Tagesstrecke war ca. 700 km. Unterwegs überqueren wir zum zweiten Mal auf dieser Reise den Wendekreis des Steinbockes. In Cue übernachten wir am Campingplatz, der leider recht bescheiden ist. Interessant ist ein kleines Gefängnis aus früheren Zeiten. Zum Abendessen gibt's Spagetti. Morgen werden wir die kleine Goldgräberstadt besichtigen.
Überflutetes Outback Cue, altes Gefängnis
Am Wendekreis des Steinbocks 100 t unterwegs

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Mo., 24.11.2008
Cue - Leonora

Wir besuchen den alten und den neuen Friedhof von Cue und die Ruinen des Spitals aus der Goldgräberzeit. Vom Lookout am einzigen Hügel weit und breit sieht man .. na ja, da ist nur eine endlose Ebene mit vereinzelten Abraumhalden bei den Minen.
Cue, Friedhof Cue, Ruine des historischen Spitals
Kaninchen am Campingpaltz in Leonora Die Fahrt heute geht über Mount Magnet, Sandstone, Leister bis Leonora. Hier kaufen wir ein und begeben uns auf den Campingplatz, der auffallend sauber ist. Der Gärtner plaudert gerne. Er ist in Holland geboren, sein Vater war Österreicher. Die nahe gelegene Mine, so weiß er zu berichten, ist eine seit 100 Jahren erfolgreiche Goldmine. Es werden dort immer wieder neue Schächte bis zu 2 km Tiefe angelegt. In der Region gibt es noch weitere Bodenschätze, die abgebaut werden: neben Gold und Eisenerz, findet man hier Vanadium, Blei, Zink und Nickel. Er erzählt, dass im Zentrum viel Regen gefallen ist. Die Great Central Road war vor zwei Tagen noch gesperrt. Unser Plan sieht vor, auf dieser Straße ins Red Center zu fahren. Hoffentlich klappt das auch. Falls nicht, müssten wir entweder einen Umweg über 3000 km machen oder zurück nach Perth fahren und versuchen per Flugzeug nach Alice Springs zu kommen. Beides wäre mühsam und teuer.

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Di., 25.11.2008
Leonora - Leverton - Great Central Road - Warburton

Great Central Road Great Central Road
Pause Pause
Campingnachbar - Video cut Camping beim Warburton Roadhouse
Am Morgen frage ich bei der lokalen Polizei in Leonora nach den Straßenverhältnissen. Der Officer meint, ich solle in Leverton noch mal nachfragen, damit die Information aktuell ist. Telefonieren lohnt sich nicht, sind ja bloß 130 km. Also fahren wir nach Leverton. Bis hierher ist die Straße sealed, also asphaltiert, danach folgen über 1000 km Gravel Road bis Yulara im Red Center. Während ich an der Tankstelle bezahle, kommt eine weiblicher Officer vorbei. Ich nutze die Gelegenheit und frage die Politesse nach dem Fahrbahnzustand der Great Central Road. Sie meint die Straße sei für 4WDs offen. Also wagen wir uns an diese Etappe. Nach ca. 570 km erreichen wir etwa in der Mitte der GCR das Warburton Roadhouse. Die Straße bis hierher war in sehr gutem Zustand. Ich konnte 100 bis 120 km/h schnell fahren. Nur an manchen Stellen stehen noch Wasserlachen, da muss ich halt aufpassen. Im Matsch stecken zu bleiben, wäre das Letzte, was wir hier brauchen könnten. Ca 100 m vor der Motorhaube fährt immer eine Luftspiegelung voraus, die wie Wasser aussieht. Manchmal ist's dann tatsächlich nicht nur heiße Luft. Das erfordert von mir hohe Konzentration, was mir nicht immer leicht fällt, da die Landschaft sehr eintönig ist und die Straße nahezu geradeaus verläuft. Am Campingplatz werden wir von einem Pfau, einer Hündin und zwei Pferden bedrängt. Ist nicht eben typisch Australische Tierwelt hier. Denen ist das egal, wollen nur was zu Naschen haben, was sie auch reichlich bekommen. Es sind auch ein paar Goldsucher hier. Der eine ist dauernd am Sieben und Siebe putzen. Den feinen Sand füllt er in kleine Säckchen ab, die er wohl in ein Labor zur Analyse bringen wird. Man kann offenbar als Prospector sein Auslangen finden. Leider gibt's Gelsen hier. Heute haben wir insgesamt ca. 700 km zurück gelegt, morgen folgen weitere 550.

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Mi., 26.11.2008
Great Central Road - Red Center, Yulara

Great Central Road - Desert Oaks Wald
Dromedare
Die zweite Hälfte der Great Central Road bewältigen wir problemlos. Die Straße ist an vielen Abschnitten frisch aufbereitet, was uns das Wellblechpistengerumpel erspart. Wir kommen bei Kata Tjuta aus der GCR heraus, fahren bis Yulara und kehren im Caravan Park ein. Hier im Zentrum ist es wieder sehr heiß. Schwimmen im Pool ist genau das Richtige jetzt. Wir beschließen vorerst mal zwei Tage zu bleiben.
Gegenverkehr - Video cut
Gegenverkehr - Video cut

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Do., 27.11.2008
Red Center, Uluru

Der Vormittag am Campingplatz in Yulara ist dem Wäschewaschen gewidmet. Es ist sehr heiß und windig. Die Wäsche ist ein paar Minuten nach dem Aufhängen auch schon wieder trocken. Wir fahren zum Shopping Center in Yulara, schicken Postkarten auf den Weg zur anderen Seite des Globus und kaufen Lebensmittel ein. Im Bottle Shop frage ich nach der aktuellen Temperatur. 45° , "Celsius!" betont der Verkäufer.
Uluru (Ayers Rock) Wir sind hier, um u.a. den Uluru (Ayers Rock) zu sehen, also fahren wir los, um das auch zu tun. Heerscharen von asiatischen Touristen klettern den Steig hinauf, obwohl er wegen der hohen Temperaturen eigentlich gesperrt ist. Wir haben bei all unseren Besuchen hier die Besteigung des Berges vermieden, weil wir die Spiritualität der Aborigines achten und respektieren, dass sie das Herumklettern auf ihrem wichtigsten Heiligtum nicht schätzen. Uluru im Sonnenuntergang
Uluru Uluru Uluru

Uluru Sunset Viewing Area

Ruhepause
Wir haben vor, den Uluru auf dem Wanderweg zu umrunden, was wir schon zwei Mal in früheren Jahren getan hatten. Man legt ca. 9 km zurück, bis man wieder zum Parkplatz kommt. Diesmal kehren wir allerdings nach 3 km um, weil ich mich so fühle, als wäre ich kurz vor einem Kreislaufkollaps. Ich habe mich noch nicht an den normalen Blutdruck gewöhnt, mein Körper verhält sich so, wie bei jemanden mit zu niedrigem Blutdruck. Schwindel und Schwächegefühl signalisieren mir, dass es genug ist. Ich bin heilfroh, dass ich den Rückweg gut überstehe und erhole mich in der kühlen Luft der Klimaanlage im Jeep.

Nachmittags wird im Pool am Campingplatz geplanscht. Das ist die beste Methode, um die mörderische Hitze einigermaßen erträglich zu machen. Kurz vor Sonnenuntergang, der ist für 7:30 p.m. angesagt, sind wir am 10 km entfernten Beobachtungsplatz, der "Uluru Sunset Viewing Area". Das ist der Touristen-Sammelplatz schlechthin. Hunderte Leute stehen hier mit Fotoapparaten und Videokameras, um das farbenprächtige Spektakel zu beobachten und festzuhalten. Es ist tatsächlich ein wunderbares Schauspiel, wenn der Uluru in der untergehenden Sonne die Farbe mehrmals ändert, bis er schließlich in der Dunkelheit nur noch als Schemen erkennbar ist.

Abendessen: Gegrilltes Beef mit Salat und VB dazu.

Wanderweg zur Uluru-Umrundung (ca 10km)
Uluru Wanderweg
Uluru's skurille Formen
Eier der Regenbogenschlange am Uluru

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Fr., 28.11.2008
Red Center, Kata Tjuta

Kata Tjuta (The Olgas)
Blick in die Walpa Gorge Blick aus der Walpa Gorge
Walpa Gorge
The Olgas (Kata Tjuta)
Nach dem Frühstück fahren wir zur ca. 40 km entfernten Kata Tjuta (auch Olgas genannt). Das Wetter ist sonnig, aber nicht mehr so extrem heiß. Wir machen eine Wanderung von ca. 3 km in die Walpa Gorge. Das "Valley of the Winds" machen wir diesmal nicht, das wäre zumindest für mich zu anstrengend, da mein Blutdruck wieder sehr niedrig - d.h. normal - ist. Das Tal ist im letzten Teil sehr schmal und von steilen Felswänden umgeben. Das Gestein ist oberflächlich rot, im Inneren jedoch schwarz. Ein kleiner Bach fließt aus dem Tal. Darin leben Kaulquappen einer kleinen Froschart.
Desert Oak und Dünen eine der ungezählten großen Dünen
Mount Connor
Desert Oaks verschiedenen Alters
Kliffs beim Kings Canyon Nach der Wanderung in der Walpa Gorge fahren wir zum Kings Canyon, ca. 300 km, und kehren im Kings Canyon Resort am Campingplatz ein. Von unserem Standplatz aus haben wir eine herrliche Sicht auf die von der späten Sonne glühenden Kliffs. Ein hungriger Dingo - füttern verboten! - ist ziemlich frech und dringt bei einem Nachbarn ins Auto ein, um sich da was zu klauen. Wir wollen 2 Nächte bleiben. Gelsen! Dingo

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Sa., 29.11.2008
Red Center, Kings Canyon

Aufstieg Blick in den Kings Canyon
Blick zurück zum Parkplatz
Gefährlicher Abgrund
Domes
Der Vormittag ist dem Kings Canyon gewidmet. Wir machen die "große" Tour, 6 km. Erst geht es mal steil hinauf auf das Plateau dann zwischen Felsdomen auf und ab bis zu einer tiefen Schlucht. Hier sind Holztreppen angebracht, sodass man komfortabel hinunter und auf der anderen Seite wieder hinauf steigen kann. Ohne diese Hilfe wäre der Abstieg nur mit Seil und Sicherung möglich. Der Grund der Schlucht ist ein Naturparadies, heißt auch so: "Garden of Eden". Hier wachsen u.a. große Eukalypten und Cycads. Viele verschiedene Vogelarten sind zu sehen und zu hören. Im Pool kurz vor dem Wasserfall, der jetzt trocken liegt, kann man sogar schwimmen. Nach dem Aufstieg, wieder oben am Plateau, muss ich das Pflichtfoto schießen: Elfi auf ihrem natürlichen Thron aus Stein. Die Wanderung ist recht anstrengend, obwohl es nicht allzu heiß ist und eine kühlende Brise weht. Den Rest des Nachmittages verbringen wir am Campingplatz im Swimming Pool und mit Relaxen.
Garden of Eden, Cycades Garden of Eden
Steinpilzthronende Elfi
Mars anno 3333 Ein Canyonbewohner

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So., 30.11.2008
Red Center - Coober Pady

Es stellt sich leider heraus, dass der Marinee Loop geschlossen ist. So brauchen wir auch kein "permit", um auf dieser 164 km langen Gravel Road durch Aborigines-Gebiet fahren zu dürfen. Der direkte Weg nach Hermannsburg, unserem nächsten Ziel, ist nicht nutzbar. Schade, denn er führt durch eine wunderschöne Landschaft. Die Ernest Giles Road ist auch nicht offen. Es scheinen alle Gravel Roads im Red Center wegen der schweren Regenfälle, die hier kürzlich gefallen sind, geschlossen zu sein. Höchst wahrscheinlich sind dann auch die Tracks ins Palm Valley und ins Rainbow Valley gesperrt. Was tun? Wir disponieren um und beschließen am Stuart Highway nach Süden bis nach Coober Pady zu fahren. Nach 800 km (!) Fahrt kommen wir noch vor 4 p.m. da an und kehren am Oasis Campingplatz ein. Hier in Südaustralien ist es total wolkenlos und sehr heiß.

Coober Pady

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