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Route:
Route 2002
03. - 04.10.2002: Flug Wien >> Sydney, Canberra
04. - 08.10.2002: Canberra
08.10.2002: Flug Canberra >> Darwin
08. - 30.10.2002: Darwin >> Kimberley Region >> Darwin
30. - 31.10.2002: Flug Darwin >> Sydney >> Wien
 
Tagesnotizen:
Okt.:       03-04 05-06-07 08 09 10 11-12 13 14-15
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Do., 03.10.- Fr., 04.10.2002
Flug Wien-Sydney, Canberra

Diesmal verläuft die Reise nach Downunder problemlos, verglichen mit der im Jahre 2000. Es sind insgesamt 19 Stunden Flugzeit ab Wien mit Lauda Air. Zwischenlandung ist in Kuala Lumpur, Ankunft in Sydney um 4 p.m. (MEZ + 8). Wie mieten ein kleines Auto bei Avis, packen unser Reisegepäck hinein und auf geht's in Richtung Canberra; d.h. eigentlich nicht ganz so gleich in die richtige Richtung. Zuerst fahren wir in die entgegengesetzte Richtung, weil wir die schlecht bis gar nicht beschilderte Abzweigung versäumen. Nachdem wir auf der richtigen Route sind, fahren wir die knapp 300 km nach Canberra größtenteils bei Dunkelheit und Regen. Gegen 9 p.m. kommen wir bei Herta und Steve an. Die verwirrend ungenügende Übereinstimmung von Stadtplan und Wirklichkeit kann uns letztendlich nicht vom Ziel abhalten. Die Nacht verbringen wir in einem Hotel unweit von Kaleen (Stadtteil von Canberra). Steve hatte für uns vorreserviert, weil im Haus wegen der vielen Gäste kein Platz mehr ist. Das Hotel ist an sich recht nett, sehr britisch und uralt (1927 erbaut). Unser Zimmer allerdings, na ja ... . Wir sind aber so müde, dass der Lärm aus der Küche, die unmittelbar unter uns ist, nicht stört. Der rostige undichte Stahlrohr-Rauchfang vor dem Fenster kann uns auch nicht vom Einschlafen abhalten.

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Sa., 05.10.- Mo., 07.10.2002
Canberra

Der Tag ist noch nicht verplant, bedingt durch die bevorstehende Hochzeit von Fiona und Paul, zu der wir morgen eingeladen sind. Was kann man in Canberra anstellen? Einkaufen! Eine Qual für mich und dadurch auch für Elfi nervend. Es gelingt aber letztlich doch, alles zu beschaffen: eine schwarze Handtasche für Elfi und diverse Geschenke für daheim. Am Abend holen uns Herta und Steve vom Hotel ab. Die Familie Pauls und Freunde sind zum Essen im Österreichischen Club eingeladen. Wir essen Wiener Schnitzel mit Pommes und Salat. An diesem Tag hat Paul's Bruder, Anthony, Geburtstag. Der wird dann noch mit einer Schwarzwälder Kirschtorte gefeiert.
Cappuccino in Canberra
Okt. ist hier Frühling, Apfelblüte
Mandarinen sind auch schon reif

Sonntag, der Tag der Hochzeit. Wir besuchen die Floriade (Blumenschau) in Canberra. Danach setzen wir uns noch ein wenig auf die Terrasse des Restaurants am See. Das Wetter ist besser geworden, die Lufttemperatur ist aber immer noch unter 20°. Die klare Luft macht die Sonne recht aggressiv (hat nichts mit Ozonloch zu tun!), sodass Elfi einen Sonnenbrand am Nasenrücken abbekommt. Danach fahren wir zurück ins Hotel zum Umziehen für die Hochzeitsfeier. Die Trauung (standesamtlich) findet in einem Hain am See statt. Es ist etwas kühl und windig, aber insgesamt sehr schön und stimmungsvoll. In der Pause zwischen Trauung und  Abendempfang fahren wir mit Erna und Max in die City, um uns mit aller Deutlichkeit vor Augen zu führen, wie armselig das öffentliche Leben in Australiens Hauptstadt ist. Wider Erwarten finden wir letztlich doch ein Cafe, wo wir im Freien sitzend unseren Cappuccino genießen können. Kaum waren wir weg, wird der Gastgarten auch schon wieder geschlossen. Solche Irrfahrten in Canberra sind völlig normal. Für Auswärtige sieht jede Straße und jede Kreuzung gleich aus. So erging es mir selbst und heute auch Max, mit dem wir mit fahren. Der Empfang im Bootshaus am See ist ganz toll. Es gibt hervorragend gute Speisen und köstlichen Rotwein. Was uns besonders gut gefällt, sind die Reden. Erst sprechen die Väter des Brautpaares, dann Anthony als Bestman (Beistand) von Paul. Schließlich gibt es noch rührende Ansprachen der frisch Vermählten selbst. Das ganze wird geschickt von Fionas Bruder, der ihr Bestman ist, moderiert. Gegen Mitternacht sind wir wieder in unseren Hotelbetten. Wie wir am nächsten Tag erfahren, hat der harte Kern noch bis in die Morgenstunden durch gemacht.

Montag Früh checken wir im Hotel aus und fahren zu Herta und Steve nach Kaleen rüber. Heute gibt es einen Brunch für die geladenen Gäste. Gegrilltes, kalte Speisen, Süßigkeiten, ... futtern bis in den Nachmittag. Dabei packen Fiona und Paul ihre Geschenke aus. Abends ist die große Verabschiedung, alle brechen in Richtung nach Hause auf. Fiona und Paul verabschieden sich auch, weil sie morgen nach Cairns fliegen, Hochzeitsreise mit scuba diving im Great Barriere Reef.

Hochzeit im Hain am See in Canberra
Blumen, Blumen, ..., die Floriade in Canberra Prächtiger Kamelienstrauch
Schwarze Schwäne. Die Jungen werden's auch noch

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Di., 08.10.2002
Canberra-Darwin

Camping am Lake Bennet 5 a.m. Aufstehen. Unser Flug nach Darwin über Adelaide geht um 06:20. Beim Umsteigen in Adelaide ist es schrecklich kalt, umso größer ist der Hitzeschock beim Aussteigen in Darwin, weit über 30°. Vom Flughafen geht's per Taxi zum Britz-Maui Office, wo wir den Toyota Landcruiser übernehmen. Der ist zwar schon ein älteres Exemplar, aber soweit ganz ok; zwei Dieseltanks mit je 90 Litern, 4WD, Campingeinbauten. Ärgerlich ist, dass wir erst später das Fehlen von Essbesteck und Campingstühlen bemerken. In Darwin kaufen wir bei Woolworth Lebensmittel und Trinkwasser ein und dann fahren wir los in Richtung Süden am Stuart Highway. Ca 100 km vor Katherine übernachten wir 7 km abseits vom Highway am Lake Bennet. Der Campingplatz ist relativ neu aber ungepflegt und das für A$ 25,- pro Nacht. Es ist die erste schwül-heiße Tropennacht. Baumfarne

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Mi., 09.10.2002
Kununurra

Victoria River
Reife Mangos, Kununurra

Wir fahren am Stuart Highway weiter bis Katherine, wo wir die fehlenden Utensilien nach kaufen. Den Tag verbringen wir im wesentlichen mit der 500 km -Fahrt nach Kununurra. An der Grenze zu West Australia müssen wir in einer der Quarantänestationen all unser Obst und Gemüse abgeben. Wäre gut, sowas zu wissen, bevor man einkaufen geht. Zwei Äpfel vertilgen wir noch schnell, mehr geht nicht. In dieser Gegend kann man schon die ersten Boabs sehen, die für die Kimberley Region typischen Flaschenbäume. Die lange Fahrt über den Victoria Highway ist recht anstrengend. In der heißen und feuchten Luft versagt dann auch noch die Klimaanlage. Sie vereist, worauf nur noch heiße Luft ventiliert wird. Das Baden im Hidden Valley Tourist Park in Kununurra ist dann umso erfrischender. Es ist ein tolles Gefühl, im Pool am Rücken schwimmend mit Blick in den südlichen Sternenhimmel, das galaktische Zentrum genau im Zenit. Die Luft ist hier unglaublich klar, so dass unmittelbar nach Sonnenuntergang die Milchstraße deutlich zu sehen ist. Das Sternbild des Orion, bei uns nur im Winter sichtbar, erscheint so brillant und klar, dass ich nur staunen kann. In diesem Caravan Park stehen wir unter Mangobäumen, auf denen Kakadus die Früchte anknabbern.

Boab (Flaschenbaum) Am Victoria Highway
Guanna (Waran)

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Do., 10.10.2002
Gibb River Road

Gibb River Road
Überfahrene Rinder bleiben einfach liegen

Morgens nach dem Frühstück (weiches Ei, Kaffee, Schinken auf Toastbrot, Marmelade) wird der Lebensmittelbestand aufgefrischt und der Jeep betankt. Dann geht's weiter in Richtung Westen. Nach ca. 40 km erreichen wir den östlichen Beginn der Gibb River Road, Sand- und Schotterpiste über 700 km. Emma Gorge ist die erste Station. Nach 1,6 km Marsch über einen steinigen Pfad erreichen wir einen herrlich klaren und kühlen Pool. Wir schwimmen und wandern dann weiter zum Wasserfall. In einem 50 bis 70 m hohen Felskessel stürzt fein zerstäubtes Wasser herab, das wie Regen auf den Teich prasselt. Das ist ein angenehmes beruhigendes Geräusch, bei dem man so richtig entspannen kann.

Nach längerer Fahrt, über 100 km, stoppen wir zur Übernachtung in der Gibbs River Homestead. Die Verhältnisse sind hier recht bescheiden. Toilette und Duschen sind in einer Wellplastikhütte untergebracht. Immerhin können wir Bier kaufen (VB). "Ich habe keine Lizenz, aber ich kann Euch welches von meinem Mann geben!", meint die freundliche Lady im Store, mit ihrem 13 Monate alten Sohn am Arm. Auf meine Frage, ob es hier Barramundi zu essen gäbe, bietet sie mir gefrorene Filets zum Kauf an. Ich schlage mit A$ 25,- zu, denke es ist ca. ein 1/2 Kilo; stolzer Preis. Da es in dieser Gegend im Umkreis von 100 km nur diese Oase gibt, hoffe ich, dass sie ihn uns zubereiten würde. Stattdessen gibt sie Tipps, wie wir das selber am Lagerfeuer bewerkstelligen können. Wir legen die Filets zum Auftauen auf eine von der Sonne aufgeheizte Steinplatte. Ich entfache dann in der Dämmerung ein ordentliches Feuer. Elfi packt die Filets mit Butter und Salz in Alufolie und ab in die Glut damit. Wir warten, bis wir glauben, dass sie gar sein würden. Barramundi st sozusagen der Australische Nationalfisch. Er sieht so ähnlich wie ein schlanker Karpfen aus. In den Kimberlies dreht sich alles ums Fischen, Barramundi fischen. Es schmeckt trotz einfachster Zubereitung sehr gut.

Emma Gorge

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Fr., 11.10.- Sa., 12.10.2002
Bell Gorge

Steile Kliffs säumen die Gibb River Road
Bell Gorge
Bell Gorge
Bell Gorge Wasserfall zum Hauptteich
Video cut: Bell Gorge

An diesem Tag legen wir ca. 300 km zurück. Es ist nichts Interessantes unterwegs, nur endlose Piste mit wechselnder Qualität. Mal ist sie schön glatt, ich kann dann 80 bis 100 km/h schnell fahren; mal ist sie holprige Wellblechpiste, so dass der Jeep in allen Fugen kracht und das Geschirr scheppert. Mit 80 km/h geht's auch über Wellblech am besten, da spürt man die Rippeln am wenigsten. Wenn da nicht auch Kurven und die Floodways wären, könnte man dieser Geschwindigkeit gut voran kommen. Als nächste Station wäre die Menning Gorge geplant. Da ist aber der Zugang gesperrt, ohne Angabe von Gründen. Nach einer Tankpause fahren wir noch mal 100 km weiter, bis wir etwa 10 km vor der Bell Gorge eine gute Campingmöglichkeit finden. Wir müssen noch 20 km eine Seitenstraße hinein fahren. Der Campingplatz ist recht nett, bloß die Insektenplage ist schlimm. Fliegen am Tag, Gelsen in der Nacht.

Etwas müde noch, da wenig geschlafen, fahren wir gleich nach dem Frühstück die 10 km zum Parkplatz, von wo weg der Fußweg (1 km) in die Bell Gorge führt. Die Hitze ist gewaltig, sicher weit über 30°. Die Lufttemperatur über dem dunklen Gestein des Hanges, über den wir stapfen, ist sicher 50°. Der Boden und die Steine sind so heiß, dass man sie nicht anfassen kann. Zwischen Drachenbäumen und anderem Gehölz geht's den Creek entlang. Neben dem Pfad ist ein fließendes Gewässer, das an einigen Stellen kleine Tümpel bildet. Darin wachsen blaue Wasserlilien. Wir kommen endlich in die Gorge. 1 km ist bei den Bedingungen ein anstrengender Marsch. Die Bell Gorge ist unbeschreiblich schön. Zwischen rot-orangen Felswänden reihen sich Seen aneinander, die durch Wasserfälle verbunden sind. Von oben sieht das Wasser schwarz aus. Es ist jedoch sauber, aber wahrscheinlich mit Huminstoffen aus dem Hinterland angereichert. Das würde auch die Algenwiesen auf den Steinen unter Wasser erklären. Ein mit kleinen Steinmännchen markierter Weg führt über die Felsen hinunter zum Hauptteich. Der misst ca. 100 mal 50 m und scheint an einigen Stellen recht tief zu sein. Wir verbringen einige Stunden in dieser wundervollen Schlucht mit schwimmen und sonnenbaden.

Nach dem anstrengenden Rückweg ist die Klimaanlage im Jeep sehr willkommen. Ich bewundere immer mehr die Pioniere, die Australien zu Fuß mit Packpferden durchquerten, ohne die Erleichterungen, die die Technik uns heute zur Verfügung stellt. Auf der Fahrt zurück zur Gibb River Road halten wir noch am Bell Creek. Das ist ein Gewässer, das von Drachenbäumen (eigentlich  ) gesäumt ist. Da leben sich Süßwasserkrokodile "Freshies". Ich höre ein lautes Plantschen vom gegenüberliegenden Ufer, kann aber nicht erkennen, welches Tier das verursacht hatte. Wir können viele Wasserschildkröten beobachten. Beim Nachmittagskaffe entscheiden wir, doch gleich bis zur Küste des Indischen Ozeans bei Derby zu fahren. Das ist eine eintönige Strecke, über 200 km, fast immer gerade aus.

In Derby kehren wir in einem Caravan Park ein und nutzen den Komfort einer powered bay, um Videokamera und Mobiltelefon wieder aufzuladen. Mir fällt am Abend auf, dass kein einziges Insekt die Lampen umkreist; d.h. eine gelsenfreie Nacht steht bevor. Unser Schlaf wird aber dann doch gestört. Um 2 Uhr morgens weckt uns lautes Geschepper. Zwei Camper waschen ungeniert ihr Geschirr, ohne Rücksicht auf die anderen schlafenden Gäste.

Fossiles Riff (Devon, ca 350 Mio Jahre alt)
Knorriger Boab
Eine der vielen Wasserpassagen
Schildkröte im Bell Creek

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So., 13.10.2002
Derby-Broome

Prison Tree bei Derby Ghostgum Boab-Mimikry
Derby, Hai schmeckt gut?

Am Vormittag sehen wir uns in Derby einwenig um. Derby hat nichts Aufregendes zu bieten. Das Meer ist extrem flach, die Gezeitenzone ist ein einige Kilometer breites Watt. Der Tidenhub ist hier einer der weltweit größten. bis zu 12 m bei Springflut! Auf einem Peer sehen wir einem Fischer zu, der einen kleinen Hai gefangen hat und brutal zerlegt. Kopf ab, mit einem großen Messer. Wie sich in einem Gespräch heraus stellt, ist er - nicht der Hai! - Enkel von Österreichischen Einwanderern. Da in Derby nichts los ist, setzten wir zum nächsten Sprung an, 200 km nach Broome, der berühmten Perlenstadt am Indischen Ozean. Was Coober Pady für die Opale ist, Kununurra für die Diamanten, ist Broome für die Perlen. Neben der Straße, kurz nach Derby, ist der *Prison Tree" zu sehen. Das ist ein uralter Boab, der innen hohl ist und eine Einstiegsöffnung hat. Er wurde angeblich als Gefängnis für Aborgines benutzt, wenn man während deren Transport übernachten musste. Es ist eine gute Straße da hin, so dass ich schnell fahren kann; sogar zu schnell, wie mir ein Officer auf halber Strecke erklärt. In Western Australia ist 110 km/h die höchst zulässige Geschwindigkeit. Ich bin da mit meinen 130 bis 140 km/h unangenehm aufgefallen. Es ist ein Zivilauto, dass sich hinter uns hängt und plötzlich mit Sirene seine wahre Mission offenbart. Der Officer lässt mich letztlich ungestraft weiter fahren, nachdem er mit dem Finger II0 in den Sand schreibt und am Tachometer auf die Marke zwischen 100 und 120 tippt. Er verlässt sich offenbar nicht auf die Englischkenntnisse der Touristen.

Broome, Cable Beach
Video cut: Broome, Perlenladen
Broome ist phantastisch schön, aber auch fürchterlich heiß. Es hat heute 35° oder mehr. Der berühmte Strand, Cable Beach, ist viele km lang und gut 100 m breit. Es gibt da eine Zone, wo man mit dem Auto am Strand fahren darf, was wir dann auch tun. Am Strand macht der kräftige Wind, der vom Meer her weht, die Hitze besser erträglich. Einige Leute laufen nackt herum. Am Nachmittag kaufen wir Lebensmittel ein und besichtigen ein Perlengeschäft. Wir kaufen da nichts, ist alles viel zu teuer. Wir kaufen aber 2 Campingstühle, schon zum zweiten Mal. Das letzte Paar Stühle haben wir vor zwei Tagen am Bell Creek stehen gelassen. Die Nacht verbringen wir im Caravan Park direkt am Meer.

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Mo., 14.10.- Di., 15.10.2002
Windjana Gorge, Tunnel Creek, Fitzroy Crossing

Die Nacht war angenehm kühl und gelsenfrei. Vormittags erledigen wir die Post, sagenhafte 23 Postkarten schicken wir auf die Reise um den Globus, 2 bleiben in Australien. Der Tag ist wesentlich der Fahrt zurück in die Kimberlies gewidmet. Wir bringen ca. 400 km hinter uns mit kleinen Pausen unterwegs. Kurz nach 3 p.m. erreichen wir den Campingplatz bei der Windjana Gorge im gleichnamigen National Park. Vor uns erstreckt sich das gewaltige fossile Riff, 350 Millionen Jahre altes Gestein aus der Devon-Epoche. Die Windjana Gorge ist eine der vielen Schluchten, die fließendes Wasser in das Gebirge geschnitten hat. Unsere Wasservorräte sind etwas knapp, doch bis Fitzroy Crossing sollte es reichen.
Windjana Gorge
Der Zugang zur Windjana Gorge Kookaburra

Wir stehen um 05:30 auf und starten gleich nach dem Frühstück die Wanderung in die Windjana Gorge. Die Schlucht ist ca. 4 km lang und seitlich von 100 m aufragenden, steilen Felsen aus Riffkalk begrenzt; sie ist etwa 200 m breit. In den Felswänden kann man manchmal Fossilien entdecken. Die vielen Teiche sind durch ein fließendes Gewässer verbunden. Auf den Sandbänken liegen viele Süßwasserkrokodile herum und genießen die Morgensonne. Knapp unter der Wasseroberfläche sieht man große Fische in beträchtlicher Zahl. Die sind wohl die Nahrungsgrundlage der Krokodile, die ja recht gut ernährt aussehen. Eine weitere Attraktion sind die Kolonien von Flughunden. Das Geschrei der Tiere, die zu Zehntausenden in den großen Bäumen hängen, hört sich von weitem, wie das Rauschen eines Wasserfalls an. Unter einem Schlafbaum in die Hände geklatscht, gibt ein tolles Spektakel. Sie fliegen dann einmal durch die Schlucht und begeben sich danach streitend wieder auf ihre Plätze im Geäst. Alles natürlich mit lautem Geschrei. Schlangenhalsvögel tauchen elegant, um Fische zu erjagen. Alles in allem ist's ein tolles Naturschauspiel. Der Marsch, insgesamt 8 km, ist uns bei der extremen Hitze fast zuviel. Wir kehren ziemlich geschafft zum Jeep zurück und fahren noch mal zum Campingplatz, um zu Duschen.

Nachdem wir uns erholt haben, fahren wir 35 km weiter auf der King Leopold Road zum Tunnel Creek. Das ist eine eingestürzte ehemalige Schlucht, die nun einen 750 m langen Wasser führenden Tunnel bildet. Man könnte mit Taschenlampen hindurch waten, was wir aber nicht tun, weil es doch ziemlich unheimlich ist. Es könnten auch Krokodile da drinnen sein.

Windjana Gorge, Fliegende Hunde (flying foxes)
Windjana Gorge, Freshwater Crocodile
Tunnel Creek
Das nächste Ziel ist Fitzroy Crossing, das wir nach weiteren 111 km ereichen. Hier übernachten wir bloß, um uns für den Besuch der Geikie Gorgen am nächsten Tag vorzubereiten. Fitzroy Crossing ist ein kleiner Ort inmitten einer öden trockenen Steppenlandschaft. Es leben viele Aborigines hier. Wir sehen dutzende von ihnen in Richtung des einzigen Liquor Shops pilgern. Es war ein anstrengender Tag und die kommende Nacht wird wegen der Hitze nicht besonders erholsam werden.

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Mi., 16.10.2002
Geikie Gorge

Die Nacht war wieder mal schlimm, Hitze und Gelsen störten die Ruhe. Als ich endlich eingeschlafen war, weckt mich das Telefon mit einer Leermeldung von der Voicebox. Durch das abrupte Aufwachen wird mir aber ein schöner Traum bewusst, der dadurch in meiner Erinnerung blieb. Trotz Müdigkeit stehen wir bei Sonnenaufgang um 05:30 auf und frühstücken. Wir fahren zur Geikie Gorge hinüber, es sind nur ein paar km von Fitzroy Crossing. Die erste Bootsfahrt um 8 a.m. versäumen wir und müssen deshalb bis 3 p.m. auf die nächste warten.
Geikie Gorge

Bei 41° wagen wir eine kleine Wanderung entlang der Rifffelsen bis hinunter zum Wasser. Da kann man die Nestgruben der Süßwasserkrokodile sehen. Den Rest der Zeit verbringen wir an der Sandbank, wo Fitzroy River und Margret River sich vereinen. Hier können wir baden. Im Schatten der Eukalyptusbäume, die einen kleinen Nebenfluss säumen, beobachten wir Wallabies und Kookaburras und andere Vögel. Eine lustige Beobachtung machen wir mit einem Kukuk-ähnlichen Vogel, der uns mit Nüssen bombardierte. Ich höhere immer wieder in meiner Nähe etwas ins Wasser platschen und entdecke schließlich den bewaffneten Übeltäter. Leider gelingt es mir nicht ihn zu filmen. Die Bootsfahrt war trotz der vielen Leute recht eindrucksvoll. Die steilen Kalksteinfelsen sind stark ausgewaschen und zeigen skurille Formen. In der Wet Season steht das Wasser bis zu 8 m höher. Jetzt im Oktober ist Dry Season.

Geikie Gorge
Nach der Gorge Tour wollten wir noch den Reef Walk machen, lassen es aber, da es einfach zu heiß ist. Dort hätte ich sicher ein schönes Handstück mit Fossilien gefunden. Um 5 p.m. entschließen wir uns, 290 km bis Halls Creek weiter zu fahren. Die letzten 100 km sind sehr anstrengend. Ich muss mich besonders konzentrieren, weil immer wieder Rinder und Kängurus über die Straße laufen. Nächtliche Fahrten im Outback sind deswegen sehr gefährlich. Um 08:30 p.m. erreichen wir Halls Creek und finden einen überraschend gut ausgestatteten Campingplatz. Glücklicherweise scheint es hier keine Gelsen zu geben und es ist auch deutlich kühler. Wir essen eine Kleinigkeit. Die Dose Corned Beef ist nur mit Einsatz sämtlicher verfügbarer Werkzeuge zu öffnen. Ab ins Bett. Ich war auf der ganzen Reise bis heute noch nie so müde. Die Chance auf Schlaf scheint gut zu sein.

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Do., 17.10.2002
Halls Creek

Palm Springs
China Wall Palm Springs

Einigermaßen ausgeschlafen und erholt erkunden wir die Region südlich von Halls Creek entlang der Duncan Road. Die erste Sehenswürdigkeit ist die so genannte China Wall, eine senkrecht stehende Quarzschicht, die sich über einige km erstreckt. Da der Quarz gegen die Verwitterung beständiger ist, als das umgebende Gestein, ragt die Schicht 5 bis 6 m aus dem Boden und sieht wie von Menschen gemacht aus. Caroline Pool ist ein netter Platz, aber der Teich hat nur wenig Wasser, das nicht zum Baden einlädt. An Old Halls Creek (Ruinen) vorbei geht's weiter nach Palm Springs und schließlich, 54 km von Halls Creek entfernt, zur Sawpit Gorge. Das ist ein wundervoller Ort. Es gibt reichlich sauberes Wasser zum Baden im großen Pool. Wir haben die gesamte Gorge für uns alleine. Am Rückweg halten wir noch mal bei Palm Springs. Ein kleines Flüsschen und Quellen vor Ort speisen einen schönen tiefen Pool, der von Bäumen, Schilf und Palmen umgeben ist. Palm Springs ist ein wirklich romantisch schöner Platz. Elfi will gar nicht mehr weg von da. Zurück in Halls Creek entdecken wir einen offen Liquor Shop und vervollständigen gleich unsere Bierreserven. Die Nacht verbringen wir wieder im Caravan Park in Halls Creek.

Silberreiher
Sawpit Gorge

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Fr., 18.10.2002
Purnululu National Park

Purnululu NP (Bungle Bungle)
Kookaburra
4WD Track in den Purnululu NP

Gleich zeitig am Morgen brechen wir in Richtung Purnululu National Park (Bungle Bungle) auf. Die 110 km bringen wir schnell am Great Northern Highway hinter uns. Von der Abzweigung zum Park weg müssen noch 54 km 4WD Gravel Road bewältigt werden. Die Bungles bieten einen faszinierenden Anblick. Die riesigen halbkugelförmigen Dome, horizontal verschiedenfärbig gebändert, sehen von Weitem wie überdimensionale Bienenkörbe aus. Beim Ranger Office erfahren wir, dass der Nordteil des Parks wegen den Zerstörungen durch einen großen Brand gesperrt ist. Daher können wir die spektakuläre Echidna Chasm nicht besichtigen. Wir fahren in den südlichen Teil des Parks und wandern, wieder bei unglaublicher Hitze, zur Cathedral Gorge. es ist eine halbrunde Steinhalle, gut 50 m hoch und mehr als 100 m im Durchmesser. Der Boden ist von feinem Sand und großen Felsblöcken bedeckt. In der Mitte ist ein kleiner Teich, in dem sich hungrige Fische tummeln. Wir haben leider nichts mit dabei, was als Fischfutter tauglich wäre. In der Wet Season stürzt ein Wasserfall aus einer Öffnung in der seitlichen Decke herab.

Wir übernachten auf einem Campingplatz im Park. Hier gibt es keine Duschen, aber neben den Standplätzen sind Wasserleitungen. Da kann ich den Schlauch aus dem Jeep anschließen. Das Wasser ist so heiß, dass wir uns gegenseitig auf Distanz besprühen, um es etwas abkühlen zu lassen. Die Lachen, die wir dabei erzeugen, nutzt ein Schwarm kleiner Finken zum Trinken und Baden. Die Nacht ist wieder heiß, da Wolken aufziehen und die nächtliche Strahlungsabkühlung dämpfen. Ich halte es im Jeep nicht mehr aus und baue mir draußen ein Nachtlager. Ich lege die Bretter aus dem Jeep über die Campingklappstühle, darauf kommt der Schlafsack. Darauf schlafe ich unter freiem Himmel einige Stunden. Der Mond ist fast voll. Es muss wohl 2 Uhr sein, als der kopfseitige Stuhl zusammen bricht. Ein paar Minuten lang ist mir die Kopf-nach-unten-Lage völlig egal, bin viel zu müde. Dann füge ich mich in das Schicksal und krieche ins Auto zu Elfi, um den Rest der Nacht dort zu verbringen.

Zwischen den "Bienenkörben"
Cathedral Gorge

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